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biomechanik:aktuelle_themen:projekte_ss18:atsb1806 [09.07.2018 18:53]
Yannik Toenges [Tabelle]
biomechanik:aktuelle_themen:projekte_ss18:atsb1806 [30.07.2018 21:25] (aktuell)
Matthias Hilz [Bike-Fitting/Rehabilitation]
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 ^ Bearbeitungsdauer ​   | 40 Minuten ​                                                            | ^ Bearbeitungsdauer ​   | 40 Minuten ​                                                            |
 ^ Voraussetzungen ​     | keine                                                                  | ^ Voraussetzungen ​     | keine                                                                  |
-^ Status ​              ​| ​in Bearbeitung ​                                                        +^ Status ​              ​| ​finalisiert ​                                                           ​
-^ Zuletzt geändert am  | 09.07.2018 ​                                                            |+^ Zuletzt geändert am  | 26.07.2018 ​                                                            |
  
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-Achtung: noch in Bearbeitung!! 
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 ===== 1. Einleitung ===== ===== 1. Einleitung =====
  
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 ==== 2.2 Arme und Hände ==== ==== 2.2 Arme und Hände ====
 **Handlebar palsy oder Loge de Guyon-Syndrom**\\ \\ **Handlebar palsy oder Loge de Guyon-Syndrom**\\ \\
 +[{{ :​biomechanik:​aktuelle_themen:​projekte_ss18:​20180730_202612_2.jpg?​nolink&​200| //Abb. 1: Übermäßige Dehnung des Handgelenks und Belastung des Nervus ulnaris//​}}]
 Die sogenannte **handlebar palsy** ([[http://​www.ptok-moecklinghoff.de/​handchirurgie/​loge-de-guyon-syndrom/​|Loge de Guyon-Syndrom]]) (Dettori & Norvell 2006, S.12) tritt vor allem bei Radfahrern, die an mehrtägigen Veranstaltungen teilnehmen, in Form von chronischer Taubheit und Kribbeln und damit verbundener Schwäche der Handmuskulatur auf. Laut Schwellnus und Derman (2005, S.19) zeigt eine Studie bei einem mehrteiligen,​ 600 km langen Radrennen, dass 92% der Fahrer mit diesen Problemen zu kämpfen haben.\\ \\ Die sogenannte **handlebar palsy** ([[http://​www.ptok-moecklinghoff.de/​handchirurgie/​loge-de-guyon-syndrom/​|Loge de Guyon-Syndrom]]) (Dettori & Norvell 2006, S.12) tritt vor allem bei Radfahrern, die an mehrtägigen Veranstaltungen teilnehmen, in Form von chronischer Taubheit und Kribbeln und damit verbundener Schwäche der Handmuskulatur auf. Laut Schwellnus und Derman (2005, S.19) zeigt eine Studie bei einem mehrteiligen,​ 600 km langen Radrennen, dass 92% der Fahrer mit diesen Problemen zu kämpfen haben.\\ \\
 Betroffen ist dabei größtenteils der [[https://​www.dr-gumpert.de/​html/​nervus_ulnaris.html|Nervus ulnaris (Ellennerv)]],​ der bei Kompression die erwähnten Symptome in Ringfinger und kleinem Finger auftreten lässt. Die Ursache dafür ist der ständige Druck und die Vibration sowie die Überdehnung des Handgelenks (Schwellnus & Derman, 2005, S.19).\\ \\ Betroffen ist dabei größtenteils der [[https://​www.dr-gumpert.de/​html/​nervus_ulnaris.html|Nervus ulnaris (Ellennerv)]],​ der bei Kompression die erwähnten Symptome in Ringfinger und kleinem Finger auftreten lässt. Die Ursache dafür ist der ständige Druck und die Vibration sowie die Überdehnung des Handgelenks (Schwellnus & Derman, 2005, S.19).\\ \\
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 Ein Taubheits- oder Kribbelgefühl kommt vor allem bei der Verwendung von [[https://​www.google.de/​search?​q=schlaufenpedale&​source=lnms&​tbm=isch&​sa=X&​ved=0ahUKEwiz2OH8mrrbAhUHsBQKHdrSB6gQ_AUICygC&​biw=1493&​bih=831&​dpr=1.13#​imgrc=BeSy_YvlgUu8tM:​|Schlaufenpedalen]],​ wie sie oft an stationären Fitnessbikes montiert sind, vor. Hierbei drücken die zu eng geschnallten Schlaufen auf die Nervenbahnen des Fußes, die relativ dicht an der Oberfläche liegen und daher gegenüber Druck sehr anfällig sind. Der Effekt stellt sich bereits einige Minuten nach Trainingsbeginn ein und hält bis einige Minuten nach Trainingsende an (Mellion, 1991, S. 65). Im Gegensatz zu den übrigen Erkrankungen entstehen hierbei meist keine Schmerzen, dennoch wird das Taubheitsgefühl als störend und unangenehm beschrieben. Ebenso können zu schmale oder zu eng geschnallte Schuhe den gleichen Effekt auslösen. Als Lösung liegt daher die Wahl des passenden Schuhwerks nahe. Ebenso kann ein Umstieg auf [[https://​www.google.de/​search?​biw=1707&​bih=815&​tbm=isch&​sa=1&​ei=PqYXW4OkEcmlsA-HCzZjYDQ&​q=klickpedal&​oq=klickpedal&​gs_l=img.3..0i67k1j0l3j0i67k1j0j0i67k1j0l3.21751.22604.0.23025.6.6.0.0.0.0.222.428.1j1j1.3.0....0...1c.1.64.img..3.3.425...0i24k1.0.1a4hA1lpY9w#​imgrc=lscLTCuiRUbybM:​|Klickpedale]] den Druck vom Fuß nehmen und so eine schnelle Symptombesserung herbeigeführt werden (Wanich et al, 2007, S. 754). \\ \\ \\ Ein Taubheits- oder Kribbelgefühl kommt vor allem bei der Verwendung von [[https://​www.google.de/​search?​q=schlaufenpedale&​source=lnms&​tbm=isch&​sa=X&​ved=0ahUKEwiz2OH8mrrbAhUHsBQKHdrSB6gQ_AUICygC&​biw=1493&​bih=831&​dpr=1.13#​imgrc=BeSy_YvlgUu8tM:​|Schlaufenpedalen]],​ wie sie oft an stationären Fitnessbikes montiert sind, vor. Hierbei drücken die zu eng geschnallten Schlaufen auf die Nervenbahnen des Fußes, die relativ dicht an der Oberfläche liegen und daher gegenüber Druck sehr anfällig sind. Der Effekt stellt sich bereits einige Minuten nach Trainingsbeginn ein und hält bis einige Minuten nach Trainingsende an (Mellion, 1991, S. 65). Im Gegensatz zu den übrigen Erkrankungen entstehen hierbei meist keine Schmerzen, dennoch wird das Taubheitsgefühl als störend und unangenehm beschrieben. Ebenso können zu schmale oder zu eng geschnallte Schuhe den gleichen Effekt auslösen. Als Lösung liegt daher die Wahl des passenden Schuhwerks nahe. Ebenso kann ein Umstieg auf [[https://​www.google.de/​search?​biw=1707&​bih=815&​tbm=isch&​sa=1&​ei=PqYXW4OkEcmlsA-HCzZjYDQ&​q=klickpedal&​oq=klickpedal&​gs_l=img.3..0i67k1j0l3j0i67k1j0j0i67k1j0l3.21751.22604.0.23025.6.6.0.0.0.0.222.428.1j1j1.3.0....0...1c.1.64.img..3.3.425...0i24k1.0.1a4hA1lpY9w#​imgrc=lscLTCuiRUbybM:​|Klickpedale]] den Druck vom Fuß nehmen und so eine schnelle Symptombesserung herbeigeführt werden (Wanich et al, 2007, S. 754). \\ \\ \\
 **Plantarfasziitis** \\ **Plantarfasziitis** \\
-[{{ :​biomechanik:​aktuelle_themen:​projekte_ss18:​knoechelwinkel_schlecht.jpg?​nolink&​200| //​Abb. ​1: Übermäßige Dorsalflexion//​}}]Eine der häufigsten Ursachen für Fuß- und Fersenschmerzen ist die Plantarfasziitis. Die Plantarfaszie ist eine Sehnenplatte an der Fußsohle, welche sich vom Fersenbein fächerförmig bis zu den Zehen zieht. Sie hat großen Anteil an der Kraftübertragung vom Unterschenkel in den Fuß. Bei der Plantarfasziitis,​ also einer Entzündung dieser Sehnenplatte,​ entstehen Schmerzen am Unterfuß (deximed.de/​Plantarfasziitis,​ 2016). Dieser Schmerz kann sowohl akut als auch chronisch sein. Fußfehlstellungen wie der [[https://​www.onmeda.de/​krankheiten/​plattfuss.html|Plattfuß]],​ der [[https://​www.onmeda.de/​krankheiten/​hohlfuss.html|Hohlfuß]] und die [[https://​www.onmeda.de/​krankheiten/​spitzfuss.html|Spitzfußdeformität]] begünstigen das Entwickeln einer Plantarfasciitis. Ebenso kann eine übermäßige Dorsalflexion,​ wie in Abb: 1 dargestellt,​ welche die Spannung auf die Plantarfaszie erhöht, eine der Ursachen sein. Hier würde sich eine Sattelerhöhung als Gegenmaßnahme anbieten, um die starke Dorsalflexion zu verhindern und somit den Druck von der Plantarfaszie zu nehmen. Ebenso kann durch eine höhere Trittfrequenz,​ verbunden mit geringerem Wiederstand,​ die Spannung reduziert werden. Weiterhin kann die Gabe von nicht steroiden, entzündungshemmenden Medikamenten,​ Orthesen und Nachtschienen den Genesungsprozess unterstützen. Außerdem sollte eine aktive Physiotherapie mit Ultraschall,​ Massagen und Laserbehandlungen durchgeführt werden. Sollte der Patient auf diese konservative Behandlung nicht ansprechen, so muss auch über die Injektion von Corticosteroiden nachgedacht werden. Allerdings sollte hierbei nicht das erhöhte Risiko eines Sehnenrisses und eine mögliche Atrophie des Fußfettgewebes außer Acht gelassen werden. Eine chirurgische Behandlung benötigen in der Regel unter fünf Prozent der Patienten. Die gesamte Behandlungsdauer kann sich bis zur vollständigen Schmerzfreiheit allerdings von sechs bis zu 18 Monaten hinziehen (Wanich et al, 2007, S. 754). \\ \\ \\+[{{ :​biomechanik:​aktuelle_themen:​projekte_ss18:​knoechelwinkel_schlecht.jpg?​nolink&​200| //​Abb. ​2: Übermäßige Dorsalflexion//​}}]Eine der häufigsten Ursachen für Fuß- und Fersenschmerzen ist die Plantarfasziitis. Die Plantarfaszie ist eine Sehnenplatte an der Fußsohle, welche sich vom Fersenbein fächerförmig bis zu den Zehen zieht. Sie hat großen Anteil an der Kraftübertragung vom Unterschenkel in den Fuß. Bei der Plantarfasziitis,​ also einer Entzündung dieser Sehnenplatte,​ entstehen Schmerzen am Unterfuß (deximed.de/​Plantarfasziitis,​ 2016). Dieser Schmerz kann sowohl akut als auch chronisch sein. Fußfehlstellungen wie der [[https://​www.onmeda.de/​krankheiten/​plattfuss.html|Plattfuß]],​ der [[https://​www.onmeda.de/​krankheiten/​hohlfuss.html|Hohlfuß]] und die [[https://​www.onmeda.de/​krankheiten/​spitzfuss.html|Spitzfußdeformität]] begünstigen das Entwickeln einer Plantarfasciitis. Ebenso kann eine übermäßige Dorsalflexion,​ wie in Abb: 1 dargestellt,​ welche die Spannung auf die Plantarfaszie erhöht, eine der Ursachen sein. Hier würde sich eine Sattelerhöhung als Gegenmaßnahme anbieten, um die starke Dorsalflexion zu verhindern und somit den Druck von der Plantarfaszie zu nehmen. Ebenso kann durch eine höhere Trittfrequenz,​ verbunden mit geringerem Wiederstand,​ die Spannung reduziert werden. Weiterhin kann die Gabe von nicht steroiden, entzündungshemmenden Medikamenten,​ Orthesen und Nachtschienen den Genesungsprozess unterstützen. Außerdem sollte eine aktive Physiotherapie mit Ultraschall,​ Massagen und Laserbehandlungen durchgeführt werden. Sollte der Patient auf diese konservative Behandlung nicht ansprechen, so muss auch über die Injektion von Corticosteroiden nachgedacht werden. Allerdings sollte hierbei nicht das erhöhte Risiko eines Sehnenrisses und eine mögliche Atrophie des Fußfettgewebes außer Acht gelassen werden. Eine chirurgische Behandlung benötigen in der Regel unter fünf Prozent der Patienten. Die gesamte Behandlungsdauer kann sich bis zur vollständigen Schmerzfreiheit allerdings von sechs bis zu 18 Monaten hinziehen (Wanich et al, 2007, S. 754). \\ \\ \\
 **Metatarsalgie** \\ \\ **Metatarsalgie** \\ \\
 Die Metatarsalgie,​ zu Deutsch Vorfußschmerz,​ entsteht meist durch einen erhöhten Druck auf die Mittelfußköpfchen. Dies ist beim Fahrradfahren vor allem dann der Fall, wenn mit zu hohem Tretwiederstand gefahren wird. Ebenso können eine falsche Fußposition und ein zu steifes Schuhwerk die Probleme unterstützen. Durch das Aufkommen von Carbonschuhen ließ sich die Steifigkeit eines Fahrradschuhs deutlich erhöhen und gleichzeitig Gewicht einsparen. Ebenso verbesserte sich so die Kraftübertragung. Allerdings stieg ebenso der Druck am Vorfuß stark an, was besonders förderlich für eine Metatarsalgie ist. Als Lösung für das Problem ist vornehmlich die Druckreduktion am Vorfuß zu nennen. Dies kann über einen besseren Schuhsitz oder einen elastischeren Schuh ebenso erreicht werden, wie über Einlegesohlen oder eine Reduzierung des Tretwiederstands (Mellion, 1991, S. 66). \\ \\  Die Metatarsalgie,​ zu Deutsch Vorfußschmerz,​ entsteht meist durch einen erhöhten Druck auf die Mittelfußköpfchen. Dies ist beim Fahrradfahren vor allem dann der Fall, wenn mit zu hohem Tretwiederstand gefahren wird. Ebenso können eine falsche Fußposition und ein zu steifes Schuhwerk die Probleme unterstützen. Durch das Aufkommen von Carbonschuhen ließ sich die Steifigkeit eines Fahrradschuhs deutlich erhöhen und gleichzeitig Gewicht einsparen. Ebenso verbesserte sich so die Kraftübertragung. Allerdings stieg ebenso der Druck am Vorfuß stark an, was besonders förderlich für eine Metatarsalgie ist. Als Lösung für das Problem ist vornehmlich die Druckreduktion am Vorfuß zu nennen. Dies kann über einen besseren Schuhsitz oder einen elastischeren Schuh ebenso erreicht werden, wie über Einlegesohlen oder eine Reduzierung des Tretwiederstands (Mellion, 1991, S. 66). \\ \\ 
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 **Abbildungs- und Videoverzeichnis** \\ \\ **Abbildungs- und Videoverzeichnis** \\ \\
  
-Abb. 1: //​Übermäßige Dorsalflexion//,​ eigene Darstellung,​ Y. Tönges, 2018+Abb. 1: //​Übermäßige Dehnung des Handgelenks und Belastung des Nervus ulnaris//, eigene Darstellung,​ M. Hilz, 2018 
 + 
 +Abb. 2: //​Übermäßige Dorsalflexion//,​ eigene Darstellung,​ Y. Tönges, 2018
  
 Modul-Icon: Zugriff am 13. Juni 2018 unter https://​pixabay.com/​de/​workout-rennrad-fahrrad-fitness-713658/​ \\ \\ Modul-Icon: Zugriff am 13. Juni 2018 unter https://​pixabay.com/​de/​workout-rennrad-fahrrad-fitness-713658/​ \\ \\
  
biomechanik/aktuelle_themen/projekte_ss18/atsb1806.1531155184.txt.gz · Zuletzt geändert: 09.07.2018 18:53 von Yannik Toenges
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