WP1306 Handball Schlagwurf

 Schlagwurf Handball WP 1306 - Schlagwurf Handball
Kategorie Biomechanik> Schlagwurf Handball
Autor Tobias Kaminsky, Marcel Heide, Felix Vettel, Henning von Deylen
Voraussetzung KIN1 Translation KIN2 Rotation
Bearbeitungsdauer ca. 50 Minuten
Präsentationstermin 1.07.2013
Zuletzt geändert am 15.07.2013



Einleitung

Bei der Sportart Handball geht es darum, in zwei Halbzeiten zu jeweils 30 Minuten (bei Jugendmannschaften z.T. kürzer) durch Werfen den Handball in das gegnerische Tor zu befördern. Jede Mannschaft spielt gleichzeitig mit sechs Feldspielern und einem Torwart. Gewinner ist diejenige Mannschaft, die am Ende des Spiels die meisten Tore erzielt hat.

Man unterscheidet im Handball unter vier Wurftechniken: Fallwurf, Sprungwurf, Laufwurf und Schlagwurf. In diesem Wiki beschäftigen wir uns mit dem Schlagwurf. Dieser ist der im Handball am häufigsten verwendete Wurf. Er bildet zudem die Basis aller weiteren Wurftechniken und muss korrekt beherrscht werden, um die anderen Würfe zu erlernen. Deswegen ist besonders wichtig, sich vor allem im Anfängerbereich genug Zeit für die Vermittlung und Einübung dieses grundlegenden Wurfes zu nehmen. Den Schlagwurf unterscheidet man abermals in den Schlagwurf aus dem Stand, der zum Beispiel beim Siebenmeter verwendet wird und den Schlagwurf aus dem Lauf. Letzteren verwendet man in vielen Situationen im Spiel, wie zum Beispiel beim Torabschluss oder in abgeschwächter Form als Pass. (vgl. http://www.fallwurf.de/2nw/technik/angriff/schlagwurf.htm)

Wir möchten in diesem Wiki einen Einblick in die Technik und die Biomechanik des Schlagwurfes geben. Zu Beginn wird klargestellt, in welchen Situationen und auf welche Art und Weise dieser angewandt wird. Zudem wird dargelegt, inwiefern er sich von anderen Wurftechniken unterscheidet. Danach folgt eine genaue Bewegungsbeschreibung des Wurfs, wobei im Zuge einer biomechanischen Analyse darauf eingegangen wird, welche Kräfte wirken und welche Impulse in bestimmten Situationen übertragen werden. Hierzu sollen einige empirische Studien und Messungen zu Rate gezogen werden. Zum Schluss soll auf die Fehleranalyse und Korrekturhinweise eingegangen werden.

verfasst von F. Vettel

Definition Schlagwurf

Der Schlagwurf, manchmal auch Stemmwurf oder Kernwurf genannt, ist die Grundtechnik einen Ball im Handball zu werfen. Im Spiel findet man diese Technik von der simpelsten Form, z.B. aus dem Stand bei einem Siebenmeter, aus dem Laufen heraus oder in zahlreichen Varianten, z.B. Schlagwurf über das „falsche“ Bein.

Schlagwurf - Drei Phasen

Der Schlagwurf lässt sich in drei Phasen unterteilen: Vorbereitungsphase, Hauptphase und die Endphase (die drei Phasen werden am Beispiel eines Rechtshänder beschrieben).

  • Vorbereitungsphase

Das linke Bein steht leicht innenrotiert in Schrittstellung und der Ball ist in der rechten Hand vor dem Körper. Nun wird der Ball nach hinten geführt. Der Wurfarm ist nahe zu komplett gestreckt und der Ellbogen befindet sich fast auf Schulterhöhe. Die linke Schulter ist leicht nach vorn versetzt. Der Oberkörper ist in leichter Hohlkreuz (Bogenspannung) Haltung.

  • Hauptphase

Mit dem Auflösen der Bogenspannung, wird der Körper nach vorne beschleunigt und durch die Rotation von linker (nach hinten) und rechter Schulter (noch vorne) wird Energie aufgebaut. Durch den Armzug nach vorne, erhält der Ball eine Beschleunigung und eine translatorische Bewegung.

  • Endphase

Mit dem rechten Fuß (für Linkshänder der linke Fuß) wird der Schwung vom Körper abgefangen. Der Blick des Werfers ist in Wurfrichtung. Der Körper sollte möglichst groß bleiben und nicht einknicken.

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Abb. 1: Schlagwurf

Variationen

Auf dem Schlagwurf basieren alle weiteren Würfe im Handball. Deswegen ist es wichtig, die Technik des Schlagwurfes sicher zu beherrschen, bevor man Variationen vom Schlagwurf oder Techniken die darauf Aufbauen erlernt. Techniken die auf den Schlagwurf aufbauen sind: Sprungwurf, Laufwurf, Fallwurf, Variationen innerhalb der Techniken (Hüftwurf, Dreher, etc.). (vgl. http://www.fallwurf.de/2nw/technik/angriff/schlagwurf.htm)

verfasst von H. von Deylen

Analyse des Schlagwurfs


Bewegungsausführung

Im folgendem Abschnitt sollen nun die verschieden Phasen des Schlagwurfs genauer unter die Lupe genommen werden. Dabei unterscheidet man in vier Phasen. Der Anlaufbewegung, der Wurfauslage, die Wurfbewegung und der Torabschluss.

Anlaufbewegung:

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Abb. 2: Anlaufbewegung Schlagwurf
  1. Als erstes muss man die gegenüberliegende Schulter des Wurfarms nach vorne nehmen. Bei Rechtshänder die Linke, bei Linkshänder die rechte Schulter.
  2. Als nächstes wird der Ball nach oben geführt. Zudem wird der vorletzte Schritt als Überkreuzschritt (Impulsschritt) gesetzt.
  3. Als letztes kommt es zu einer gradlinigen Ausholbewegung der Wurfschulter.


Die Wurfauslage:

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Abb. 3: Wurfauslage Schlagwurf
  1. Der Wurfarm wird leicht gebeugt
  2. Die Hand liegt hinter dem Ball, damit der Schwung des Balles in Torrichtung gebracht wird
  3. Die Fußspitze ist in Torrichtung ausgerichtet, damit der Impuls auch richtig ausgenutzt wird.
  4. Linke Schulter und linke Hüfte beim Rechtshänder zeigen in Wurfrichtung


Die Wurfbewegung:

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Abb. 4: Wurfbewegung Schlagwurf
  1. Zu nächst wird das Gewicht auf das Stemmbein, wieder das gegenüberliegende Bein des Werfer, verlagert
  2. Als nächstes wird die Hüfte und die Schulter der Wurfarmseite nach vorne geführt (Kinematische Kette)
  3. Der Ellbogen ist vor dem Ball und auf Schulterhöhe
  4. Als nächster Schritt kommt der Armzug peitschenartig nach vorne
  5. Zum Schluss kommt es zur Streckung des Körpers


Ausklang oder auch Torabschluss:

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Abb. 5: Ausklang Schlagwurf
  1. Nun kommt es zu einer Abbremsung der Vorwärtsbewegung und zum Ausschwingen des Wurfarms


verfasst von M. Heide

Biomechanische Analyse

Drei Teilziele werden bei dem Schlagwurf aus biomechanischer Sicht analysiert:

  1. Maximierung der Ballabfluggeschwindigkeit,
  2. Maximierung der Wurfgenauigkeit (Zielpräzision),
  3. Minimierung der wurfbezogenen Informationen

(vgl. Müller, Kornexl & Menzel, 1992, S. 49). Diese werden nachfolgend einzeln beschrieben und analysiert.

Maximierung der Ballabfluggeschwindigkeit

Der Torwart benötigt mindestens 0,49s Zeit für seine Abwehraktion. Diese setzt sich aus 0,3s Reaktionszeit und 0,19s Aktionszeit zusammen. Ziel ist es daher eine möglichst hohe Ballabfluggeschwindigkeit zu erzielen, um dem Torwart keine Zeit für eine Abwehraktion zu ermöglichen. Die nachfolgende Tabelle und Abbildung zeigen die Geschwindigkeiten für ausgewählte Wurftechniken und Personengruppen.

Tabelle 1: Untersuchungen zur Bestimmung der Ballabfluggeschwindigkeit
(Müller, Kornexl & Menzel, 1992, S. 50)
Abb. 6: Maximale Abfluggeschwindigkeiten des Balls bei ausgewählten Wurftechniken
a) Schlagwurf aus dem Stand mit paralleler Schrittstellung
b) Schlagwurf aus inviduell optimaler Stemmschrittstellung
c) Schlagwurf in Stemmschrittstellung aus dem Anlauf
d) Sprungwurf mit senkrechtem Absprung aus 3-5 Schritten Anlauf
e) Sprungwurf aus dem Anlauf mit weitem Sprung nach vorne
(Müller, Kornexl & Menzel, 1992, S. 50)


Bei der Abbildung ist mit 100% die Wurftechnik, bei der die höchste Ballabfluggeschwindigkeit erreicht wurde, markiert. Dies war der Schlagwurf aus dem Laufen. Dessen maximale Geschwindigkeit wurde als 100% festgelegt und alle anderen Wurftechniken in Relation dazu gesetzt.

Somit ergibt sich die Reihenfolge der höchsten Ballabfluggeschwindigkeit:

  1. Schlagwurf aus dem Anlauf
  2. Sprungwurf aus dem Anlauf
  3. Schlagwurf aus Stemmschrittstellung
  4. Sprungwurf mit senkrechter Sprungrichtung
  5. Schlagwurf mit paralleler Schrittstellung

Die Ursache, dass die beiden Wurftechniken mit Anlauf deutlich höhere Geschwindigkeiten erzielen, ist mit dem biomechanischen Prinzip der |Koordination der Teilimpulse zu erklären. Hierbei werden die Anlaufgeschwindigkeit und die Geschwindigkeit der Wurfhand teilweise addiert.

Der Schlagwurf aus dem Anlauf ist dem Sprungwurf aus dem Anlauf deshalb überlegen, da durch den Bodenkontakt eine bessere Bewegungsübertragung von Bein auf den Rumpf erfolgen kann. Mit dieser Begründung lässt sich auch die höhere Geschwindigkeit des Schlagwurfs aus der Schrittstellung gegenüber dem Sprungwurf mit senkrechter Sprungrichtung erklären.

Bei dem Schlagwurf mit paralleler Beinstellung ist keine oder nur eine geringe Gewichtsverlagerung des Oberkörpers möglich. Dies erklärt die höhere Geschwindigkeit bei der Schrittstellung, da sowohl Rumpf als auch Oberkörper horizontal nach vorne bewegt werden können und diese Geschwindigkeit zu der Handgeschwindigkeit addiert werden können (vgl. Müller, Kornexl & Menzel, 1992, S. 49ff).

Zielpräzision

Verteidiger und Torwart versuchen die Torfläche zu minimieren, um dem Angreifer eine möglichst geringe Fläche für einen Torschuss zu ermöglichen. Daher versucht der Angreifer den Ball dorthin zu werfen, wo der Torwart entweder lange Wege zurücklegen oder lange Reaktionszeit benötigt, um das Tor zu verhindern. Diese Zonen liegen im Randbereich des Tores. Biomechanische Analysen lassen sich für diesen Themenkomplex kaum finden. Eine der wenigen Untersuchungen zeigt, dass Spieler, die ein vorgegebenes Ziel treffen sollen, ca. 80% der maximalen Ballabfluggeschwindigkeit wählen. Ziele im unteren Torbereich ergaben eine höhere Ballabfluggeschwindigkeit als Ziele im oberen Torbereich. Ebenso ergaben sich positionsspezifische Unterschiede. So war die Zielpräzision bei Rückraumspielern signifikant höher als bei Kreisspielern (vgl. Müller, Kornexl & Menzel, 1992, S. 51f).

Minimierung der wurfbezogenen Informationen

Verteidiger können anhand der Körperstellung, Aushol- und Wurfbewegung antizipieren, wie und wohin der Ball fliegen wird. Ziel ist es daher, dem Verteidiger möglichst wenige dieser Informationen zur Verfügung zu stellen oder zu wenig Zeit für die adäquate Verarbeitung diser Informationen zu lassen. Dies gelingt durch:

  • kurze Ausholbewegung und schnellkräftige Wurfausführung (Verkürzung der Bewegungszeit)
  • Erschwerung der Antizipation durch verschiedene Wurftechniken bzw. deren Variation

Eine Untersuchung von Kastner et al. verglich verschieden lange Ausholbewegungen bei dem Schlagwurf in Kopf- und Hüfthöhe. Leistungskriterium war die Ballabfluggeschwindigkeit und die Ausführungszeit der Bewegung. Hochklassige Spieler konnten mit einer kurzen Ausholbewegung die Ausführungszeit signifikant verkürzen (0,3-0,4s). Lediglich bei der kurzen kopfhohen Wurftechnik konnte eine signifikante Reduzierung der Ballabfluggeschwindigkeit festgestellt werden. Spieler mit geringerem Leistungsniveau variieren sowohl in der Bewegungszeit als auch in der Geschwindigkeit, sodass für diese Gruppe keine Schlussfolgerung möglich ist. Hochklassige Spieler sollten vor allem bei kurzen Distanzwürfen den Wurf mit kurzer Ausholbewegung präferieren, da somit die wurfbezogenen Informationen minimiert werden können und die Ballabfluggeschwindigkeit nicht entscheidend verlangsamt wird (vgl. Müller, Kornexl & Menzel, 1992, S. 52).

Biomechanische Einflussgröße der Abfluggeschwindigkeit

Die Impulsübertragung beeinflusst die Abfluggeschwindigkeit des Schlagwurfs. Diese wird im nachfolgenden Kapitel anhand einzelner anatomischer Punkte mit Geschwindigkeits-Zeit-Verläufen aufgezeigt und erläutert. Impulsübertragung ist ein „Vorgang, bei dem sich durch aktiven Muskeleinsatz die Geschwindigkeit eines Körpersegments ändert, während sich in kausalem Zusammenhang damit die Geschwindigkeit eines benachbarten Segments in Abhängigkeit von den Massenverhältnissen der Körperteile ungleichsinning ändert“ (Müller, Kornexl & Menzel, 1992, S. 52) (vgl. Müller, Kornexl & Menzel, 1992, S. 52.)

Die nachfolgenden Abbildungen zeigen die Geschwindigkeits- und Beschleunigungs-Zeit-Verläufe des Balls und verschiedener anatomischer Kennpunkte (Hüfte, Schulter, Ellbogen, Handgelenk, Mittelhandgelenk).

Abb. 7: Geschwindigkeits-Zeit-Verläufe des Balls und anatomischer Kennpunkte
(Müller, Kornexl & Menzel, 1992, S. 53)

Die Geschwindigkeit der sechs Punkte nimmt stetig bis zu dem Maximum zu und fällt dann ebenso stetig wieder ab. Die Maxima der Geschwindigkeit sind zeitlich nacheinander und distal orientiert:

  1. Hüfte
  2. Schulter
  3. Ellbogen
  4. Handgelenk
  5. Mittelhandgelenk
  6. Ball.
Abb. 8: Beschleunigungs-Zeit-Verläufe des Balls und anatomischer Kennpunkte
(Müller, Kornexl & Menzel, 1992, S. 53)

Gleiches gilt für die Beschleunigungsmaxima, die ebenfalls von proximal nach distal ansteigen:

  1. Hüfte: 18,1m/s²
  2. Schulter: 35 m/s²
  3. Ellbogen: 145m/s²
  4. Handgelenk: 244m/s²
  5. Mittelhandgelenk: 300m/s²
  6. Ball: 390m/s²

Leistungsstärkere Spieler zeigen eine höhere Impulsübertragung als schwächere Spieler auf. Dies liegt an einer optimierten Bewegungsausführung, die eine ideale Impulsübertragung ermöglicht. Abbildung 10 zeigt einen Vergleich der Geschwindigkeitsmaxima des Balls und der anatomischen Kennunkte von Spielern mit unterschiedlichem Leistungsniveau.

Abb. 9: Geschwindigkeitsmaxima des Balls und anatomischer Kennpunkte von Spielern unterschiedlicher Qualifikationsniveaus
S1: Europäische Spitzenklasse
S2: Österreichische Spitzenklasse
S3: Österreichische Regionalklasse
(Müller, Kornexl & Menzel, 1992, S. 53)

Bei S1 ist deutlich zu erkennen, dass zeitlich nacheinander stattfindende Geschwindigkeitsmaxima die Ballabfluggeschwindigkeit deutlich erhöhen. Bei S2 und S3 treten einige Geschwindigkeitsmaxima gleichzeitig auf und hemmen somit die ideale Bewegungsausführung (vgl. Müller, Kornexl & Menzel, 1992, S. 53ff).

verfasst von T. Kaminsky

Fehlerquellen & Korrektur

Schlagwurf aus dem Stand:

  • Zu langer Schritt

Problem: Wenn der Stemmschritt zu groß ausfällt, kann keine optimale Kraftübertragung stattfinden, weil die dazu nötige Körperstreckung fehlt. Zudem ist so der Angreifer kleiner, was der Abwehr ein leichteres Blocken ermöglicht.
Korrektur: Den Spieler in einer Übung dazu zwingen, groß zu bleiben, indem man ihn zum Beispiel über eine Schnur werfen lässt, die nur bei optimaler Streckung überworfen werden kann. Da der Spieler aktiv versucht, über die Schnur zu werfen, geht damit automatisch ein kürzerer Stemmschritt einher. (vgl. http://www.fallwurf.de/2nw/technik/fsw/laschritt.html)

  • Zu tiefer Ellenbogen

Problem: Vor allem bei Kindern ist zu beobachten, dass der Wurfarm beim Wurfauftakt zwar über Schulterhöhe gehoben wird, der Ellenbogen beim Werfen aber einknickt und der Ball nahe am Oberkörper vorbei geführt wird. Der Ball dadurch wird mehr oder minder gestoßen, nicht aber dynamisch geworfen.
Korrektur: Der Ball muss während des kompletten Wurfes über Schulterhöhe gehalten werden. Dies ist bei Kindern oftmals problematisch, da ihnen der Ball noch zu schwer ist. Man kann dies mit Kindern allerdings sehr gut mit kleineren Bällen, beispielsweise einem Tennisball, üben, die sie wiederum über eine hoch gespannte Schnur werfen müssen. (vgl. http://www.fallwurf.de/2nw/technik/fsw/tiefellb.html)

  • Umspringen

Problem: Bei diesem Fehler wirft der Spieler den Ball nicht über das eingestemmte Bein, sondern der Wurf erfolgt gleichzeitig mit dem Nachvornebringen des hinteren Beines. Dadurch kann kein Druck für den Wurf aufgebaut werden, da sich die Bogenspannung zu schnell löst.
Korrektur: In diesem Fall muss die Korrektur aus verbalen Anweisungen bestehen, die den Spieler dazu bringen, den vorderen Fuß stehen zu lassen. Dies kann gesehen, indem man dem Spieler die Anweisung gibt, den Stemmschritt lautstark auszuführen und erst dann zu werfen oder er soll versuchen, den hinteren Fuß erst dann nach vorne bringen, wenn der Ball bereits im Tor ist. (vgl. http://www.fallwurf.de/2nw/technik/fsw/umspringen.html)

  • Handgelenk

Problem: Vor allem bei Anfängern tritt das Problem auf, dass das Handgelenk nach dem Wurf nicht nachklappt, sondern unter dem Ball durchrutscht oder seitlich am Ball vorbeigleitet, wodurch dieser unwillentlich in Rotation versetzt wird. Dies hat zur Folge, dass einerseits der Wurf keine adäquate Härte besitzt und andererseits die Zielrichtung, in die der Ball fliegen soll, sehr ungenau ist.
Korrektur: Es ist darauf zu achten, dass der Ball kräftig aber mit möglichst wenig Rotation geworfen wird. Um dem Durchrutschen unter den Ball entgegenzuwirken, kann man die Bewegungsanweisung geben, den Ball so zu werfen, dass dieser eine Vorwärtsrotation vollführt. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, das Nachklappen des Handgelenks isoliert zu üben, indem sich die Spieler 1 - 2 Meter vor eine Wand stellen und nur aus dem Handgelenk gegen die Wand prellen. Diese Übung kann auch mit einem leichteren oder kleineren Ball geübt werden. Ebenso können die Spieler versuchen, nur aus dem Handgelenk auf den Boden zu prellen, um so aktiv die Handgelenksarbeit zu trainieren. (vgl. http://www.fallwurf.de/2nw/technik/fsw/handge.html)

verfasst von F. Vettel

Fazit

Beim Schlagwurf gibt es viele Variationen und verschiedene Techniken, die es dem Torwart oder der Abwehr erschweren soll, denn Ball zu halten und damit ein Tor zu verhindern oder einen Pass abzufangen, z.B. mit einer kurzen Ausholbewegung und einer schellkräftigen Wurfausführung.
Doch bevor man diese unzähligen Variationen und Techniken erlernt, muss man eine saubere Bewegungsausführung der Grundtechnik Schlagwurf beherrschen. Denn wenn man keine saubere Technikbeherrscht, kann keine maximale Ballabfluggeschwindigkeit erreicht werden, was an der optimalen Impulsübertragung, der optimierten Bewegungsausführung liegt.
Nach lesen dieses Wiki, hat man einen Einblick in die Technik und die Biomechanik des Schlagwurfes erlangt und weiß wie eine optimale Wurfbewegung aussieht, dass die größte Abwurfgeschwindigkeit beim Schlagwurf aus dem Laufen erzielt wird, welche Kräfte bzw. Teilimpulse am und im Körper wirken und wie man durch eine Fehleranalyse und Korrekturhinweise die Wurfbewegung verbessern kann.

verfasst von H. von Deylen

Fragen

1. Welche Teilziele können bei dem Schlagwurf aus biomechanischer Sicht analysiert werden?
2.. Welche Wurftechnik erreicht eine höhere Ballabfluggeschwindigkeit und warum? „Schlagwurf aus dem Anlauf“ oder „Sprungwurf aus dem Anlauf“?
3. Welchen Fehler würdest du bei deinem Spieler vermuten, wenn du merkst, dass sein Wurf weder zielgerichtet noch hart ist? Was würdest du unternehmen?

Literatur

http://www.fallwurf.de/2nw/technik/angriff/schlagwurf.htm
http://www.fallwurf.de/2nw/technik/fsw/laschritt.html
http://www.fallwurf.de/2nw/technik/fsw/tiefellb.html
http://www.fallwurf.de/2nw/technik/fsw/umspringen.html
http://www.fallwurf.de/2nw/technik/fsw/handge.html

Müller, E., Kornexl, E. & Menzel, H-J. (1992). Handball. In R. Ballreich & A. Kuhlow-Ballreich (Hrsg.), Biomechanik der Sportarten, Band 3 Biomechanik der Sportspiele, Teil II: Mannschaftsspiele (1992). Stuttgart: Ferdinand Enke.

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1. Schlagwurf http://www.sportunterricht.de/lksport/hb-bildreihe5b.gif


Bewertung des Wiki-Moduls

Kategorie Heide Kaminsky Vettel von Deylen Anmerkungen
Inhalt (max. 10) 5 Pkt 9 Pkt 6 Pkt 5 Pkt ungleiche Themenaufteilung, z.T. sehr spezifische Abbildungen
Form (max. 5) 2 Pkt 4 Pkt 3 Pkt 3 Pkt diverse Formfehler (vgl. Checkliste), Zitationen fehlen oder fehlerhaft
Bonus (max. 2) 0 Pkt 2 Pkt 0 Pkt 0 Pkt gute biomechanische Analyse, umfassende Inhalte
Einzelbewertung 7 Pkt 15 Pkt 9 Pkt 8 Pkt 15 Punkte = 100%
Gesamtbewertung 47/60 Punkte = 65%
biomechanik/projekte/ss2013/schlagwurf_handball.txt · Zuletzt geändert: 03.11.2013 05:27 von Filip Cengic
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