Das "Stellschrauben-Prinzip" der Tenniswerkstatt

Die Systematik der „Darmstädter Tenniswerkstatt“ setzt auf eine entscheidende Fähigkeit, über die Trainer, Übungsleiter oder Lehrer bei der Planung und Durchführung des Trainings/der Schulstunde verfügen müssen: die Flexibilität! Neben einem großen Fundus an Übungsformen muss auch auf unberechenbare Situationen reagiert werden können. In der Ausbildung der TU Darmstadt wird darauf Wert gelegt, dass die Studierenden die Fähigkeit erlangen, Übungsformen über verschiedene Stellschrauben anpassen zu können und so auf jegliche Situationen im Training oder Unterricht vorbereitet zu sein.

Das „Stellschrauben-Prinzip“:

Eine Übung in ihrer Grundform kann im Hinblick auf ihre koordinativen Anforderungen der Bewegungsaufgabe an mehreren Stellschrauben verstellt werden. Dies sind die folgenden Druckbedingungen:

  • Präzisionsdruck
  • Zeitdruck
  • Komplexitätsdruck
  • Organisationsdruck
  • Belastungsdruck
  • Variabilitätsdruck

Diese Stellschrauben sind in zwei Richtungen justierbar. Sie können eine Aufgabe einfacher oder schwerer machen. In der Ausbildung erlangen die Studierenden die Fähigkeit, diese Stellschrauben auf einzelne Übungen sowie auf gesamte Spielformen anzuwenden. Auf diese Weise sind sie in der Lage, Trainingspläne oder Stundenentwürfe zu gestalten, die in der Stunde selbst flexibel anwendbar sind.

Warum das Ganze? - Motivation

Wie in den Beiträgen Tennis für Anfänger und Spielen lernt man durch spielen - Das Anfänger-Problem dargestellt, fußt ein „erfolgreiches“ Tennis-Training (sei es im Verein oder in der Schule) auf dem Faktor Spaß. Ist eine Übung oder ein Spiel für die Spieler oder die Klasse zu schwierig, dominiert das Gefühl des Misserfolgs - es macht keinen Spaß! Ist eine Übung zu einfach, macht sich Langeweile breit - es macht keinen Spaß! Die richtige Einstellung der Stellschrauben in der Konzeption und der Durchführung einer Übung/eines Spiels entscheidet über Erfolg oder Misserfolg - und damit über den Spaß!

tennis/stellschrauben.txt · Zuletzt geändert: 16.01.2017 00:28 von Nils Falko Reinhardt
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