MLBM 2202 Motorisches Training im Kindesalter

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Modul-Titel MLBM 2202
Veranstaltung Motorisches Lernen
Autor Adena, Nadine; Buia, Isalie; Duchmann, Julia
Bearbeitungsdauer 300 Minuten
Präsentationstermin 11.07.22
Status in Bearbeitung
Zuletzt geändert 24.07.22

Einleitung

Babys und Kleinkinder machen in den ersten Lebensjahren eine große motorische Entwicklung durch. Sie erleben ihre Umwelt und lernen jeden Tag etwas Neues. Stück für Stück lernen sie Fähigkeiten wie Greifen, Krabbeln, Spielen und Laufen.

Das Alles passiert ganz automatisch, jedoch gibt es einige Programme und Kurse die schon in einem jungen Alter die Kinder fördern, sie mit Gleichaltrigen bekannt machen, oder einfach Spiel und Spaß bieten. Im Folgenden sollen einige dieser Programme vorgestellt werden. (Isalie)

Motorisches Lernen im Kindesalter – PEKiP und Kinderturnen

Prager Eltern Kind Programm – PEKiP:

PEKiP – das Prager Eltern Kind Programm, dessen Idee aus den sechziger Jahren von Jaroslav Koch stammt, wurde in den siebziger Jahren von Christa und Hans Ruppelt (Psychologin, Sozialwissenschaftler) entwickelt und ist mittlerweile als ein etabliertes Konzept in fast jeder Stadt zu finden. Auch neu entwickelte Konzepte wie DELFI (Denken, Entwickeln, Lieben, Fühlen, Individuell) oder FenKid (Frühe Entwicklung von Kindern begleiten) orientieren sich an dem Ansatz von PEKiP.

Was ist PEKiP?

PEKiP ist ein Eltern Kind Programm, wo Kinder bereits im frühen Kindesalter Bewegungserfahrungen sammeln können. Die Entwicklung soll gefördert werden und Eltern können den Kontakt zu anderen Eltern und Professionellen, ausgebildeten Gruppenleitern bekommen um sich auszutauschen.

Angelika Nieder, Diplom Sozialpädagogin, fasste die Zeile des PEKiP Programmes 2013 in „Praxisportrait: Prager-Eltern-Kind-Programm – PEKiP“ zusammen: „Ziel ist es, Eltern und Babys im sensiblen Prozess des Zusammenfindens zu unterstützen, um …

  1. das Baby in seiner momentanen Situation und seiner Entwicklung wahrzunehmen, zu begleiten und zu fördern.
  2. die Beziehung zwischen dem Baby und seinen Eltern zu stärken und zu vertiefen
  3. die Eltern in ihrer Situation zu begleiten, den Erfahrungsaustausch sowie die Kontakte der Eltern untereinander zu fördern
  4. dem Baby Kontakte zu Gleichaltrigen zu ermöglichen“

(Nieder, Angelika. 10.01.2013. Praxisportrait: Prager-Eltern-Kind-Programm – PEKiP. S.103)

(vgl. PEKiP-Prager Eltern Kind Programm, Youtube)

Das Konzept der Kurse – Grundlagen:

Das PEKiP Programm beginnt für Kinder im Alter ab der 4.- 6. Lebenswoche. Gruppen bestehen aus 6-8 Erwachsenen mit ihren Kindern, wobei alle ungefähr gleich alt sind. Die Gruppe trifft sich 1x pro Woche für 90 Minuten in einem Gruppenraum, der warm und mit Matten ausgelegt ist. Die Kinder sind während der Zeit unbekleidet, was darauf zurückzuführen ist, dass sie so bessere Bewegungserfahrungen erlangen können und sich in ihrem möglichen Rahmen besser bewegen können. (Vgl.: Anna Ruppelt PEKiP: Prager-Eltern-Kind Programm. Informationen - Für Eltern.)

Die Eltern beschäftigen sich in der Zeit mit den Kindern und die Gruppenleiter:innen empfehlen den Eltern Spiele, die dem Alter und Leistungsstand der Kinder entsprechen und zur Anregung der Sinnesorgane sowie Interaktion/ Bewegung der Kinder führen – die Gruppenarbeit der Eltern und Kinder steht dabei im Mittelpunkt. Durch Ausprobieren, Bewegen und den Kontakt in der Gruppe, sammeln die Säuglinge schon früh Bewegungserfahrungen.

Die Wirkung von PEKiP:

Säuglinge lernen ab der Geburt an. Es bilden sich im Hirn des Kindes immer weitere, neue Nervenstränge, welche wenn diese nicht genutzt werden, sich zurückziehen und nicht weiter ausgebildet werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Kindern möglichst viel Freiraum zur Entwicklung zu geben, ebenso wie zu dieser positiv beizutragen, um Neuronale Grundlagen zu setzen und möglichst viele Verzweigungen zu entwickeln. Durch Anregende Spiele zur Bewegung, wird schon im frühkindlichen Alter Bewegungserfahrung gesammelt und ausprobiert, welches zur Förderung der kindlichen Entwicklung beiträgt. Häufige wiederholende Anregungen von Übungen, Bewegungen oder Bewegungsabläufen in langsamen, individuell angepasstem Tempo sind besonders im jungen Alter wichtig für die Kinder. Gleichaltrige Gruppen führen dazu, dass die Kinder erste soziale Interaktion und Gesellschaft von anderen Kindern lernen und das Sozialleben der Kinder somit gefördert wird. Eltern und Kind lernen sich im gemeinsamen Spiel genauer kennen, entwickeln eine Interaktionsbeziehung und tiefere Verbindung. Des Weiteren hat das Konzept meist positive Auswirkungen auf die Begleitenden Elternteile.

Die Wirkung des Konzepts, die frühkindliche Entwicklung zu fördern, konnte bis heute allerdings nicht wissenschaftlich bewiesen werden, dennoch gibt es positiven Zuspruch und Anerkennung von vielen Ärzten und Sozialwissenschaftlern, wie Professor Dr. Bernhard Kalicki, Leiter am deutschen Jugendinstitut der Abteilung Kinder und Kinderbetreuung und wird als sinnvolles Konzept beschrieben. (Kalicki, Bernhard. 20.02.2013. Frühförderung mit PEKiP: Bringt das was? Baby und Familie.)

Welche Auswirkungen hat PEKiP für Eltern?

Nicht nur Kinder, sondern auch Eltern sammeln positive Erfahrungen in der Gruppe. Häufig sind Eltern nach der Geburt des Kindes mit der Situation überfordert, der Lebensumstellung, den neuen Aufgaben, uvm. Bei den Gruppentreffen können sie Kontakt zu anderen Eltern die in einer vergleichbaren Situation sind knüpfen; sich austauschen und miteinander sowie voneinander lernen. Die Gruppenleiter:innen greifen Entwicklungs- und Erziehungsfragen, sowie alltägliche Problemstellungen aus dem Alltag auf und geben den Eltern eine Chance sich Wissen und einen Hintergrund für viele Entscheidungen anzueignen. Sie haben die Möglichkeit ihre Kinder in den Entwicklungsphasen zu begleiten, zu erleben und Erfahrung und Sensibilisierung, durch den Intensiven Kontakt, über Bedürfnisse ihres Kindes zu lernen, zu reagieren, Entscheidungen zu treffen und danach zu handeln. Durch die eingeschränkten Möglichkeiten der Kinder erfolgt die Reaktion der Eltern meist intuitiv. Durch die Gruppensituation haben Eltern die Möglichkeit auch andere Kinder wahrzunehmen und somit die Individualität ihres eigenen Kindes besser zu erkennen. (Polinski, Liesel. 2001. PEKiP: Spiel und Bewegung mit Babys. S. 89)

Bildungsprozesse:

Lernen der Kinder: Bereits das Konzept von PEKiP bietet freien Raum für Bildungsprozesse in jungen Jahren. So sind die Kinder Nackt und haben damit den Raum sich uneingeschränkt, frei und intensiv in warmer Umgebung zu bewegen. Dadurch werden vielfältige Erfahrungen zu Sinnen, Materialien und dem Raum gesammelt. Ebenso können die Kinder selbst entscheiden, ob sie sich an einer Anregung beteiligen wollen und lernen schon früh eigene Entscheidungen zu treffen und dass ihre Bedürfnisse respektiert werden. Somit werden die Kinder weder über- noch unterfordert und könne in ihrem Tempo Lernen. Da die Kinder noch sehr jung sind, handelt es sich bei den Übungen und Bewegungen um einfache alltägliche Sachen, wie zum Beispiel das selbstständige Kopf Halten in einer bestimmten Trageposition. So werden einfache Grundlagen und Bewegungsmuster schon früh erlernt, auf diese man später, wenn die Kinder älter sind, aufbauen kann.

Kontakt der Kinder: Soziale Kontakte der Kinder können dazu führen, dass bedeutende Entwicklungsreize ausgetauscht werden. Die Kinder interagieren in den ersten Monaten mit Blickkontakten und Berührungen untereinander. Später versuchen sie sich zueinander zu bewegen. Dabei werden neue Erfahrungen mit ihren Bezugspersonen gemacht und gegenseitig aufmerksam die Aktionen der anderen verfolgt und nachgemacht. Die Kinder sind in der Situation der Gruppe sozialorientiert und bewegt aufeinander zuzugehen.

Lernen der Eltern: Wie bereits beschrieben ändert sich, mit dem Eltern werden, einiges im Leben der Erwachsenen. Es beginnt eine Zeit, in der auch sie Neues Lernen müssen und aus ihren gewohnten Routinen austreten. Die Programme sind darauf ausgerichtet, den Eltern Können und Wissen zu vermitteln, um Problemfindung und -lösung zu erleichtern und flexibel auf verschiedenste Situationen reagieren zu können. Eltern lernen in der Gruppe unterschiedlich voneinander und der Situation. Informationen werden unterschiedlich aufgefasst und individuelle Sichtweisen und Reaktionsmaßnahmen entwickelt. Menschen haben unterschiedliche Arten zu lernen und gelerntes umzusetzen. (Nieder, Angelika. 2013. Praxisportrait: Prager-Eltern-Kind-Programm – PEKiP. S. 104)

Typische Bewegungsmuster/-Anregungen in PEKiP Gruppen:

Streicheln der Babys: Das Streicheln kann durch diverse Materialien und an unterschiedlichsten Körperstellen erfolgen, mit mehr oder weniger Druck und ganz nach den Vorlieben des Babys und dem was es für Anzeichen gibt. Berührungen der Eltern stärken die Bindung zwischen Eltern und Kind. Das Spüren der verschiedenen Impulse auf den Körper regt die Sinne des Babys an und macht schon früh deutlich welche Berührungen das Baby mag und welche es weniger gerne hat.

Greifen mit den Händen: Hilfsmittel wie Bälle oder Kissen können hier herbeigezogen werden. So hat das Baby ein Ziel nach dem es greifen muss und versucht diese zu erreichen. Das Kind muss beim Versuch etwas zu greifen nicht nur die Arme bewegen, sondern auch Hände und Finger benutzen Je nach Alter können Hände schon mehr oder weniger geöffnet und kontrolliert werden. Eigenständiges begreifen von Gegenständen erfolgt ab dem 4. Monat.

Treten mit den Füßen: Hilfsmittel wie Bälle oder Kissen können hier herbeigezogen werden. So hat das Baby ein Ziel nach dem es treten muss und versucht diese zu erreichen. wichtig ist hier, dass sich das Kind in einer stabilen Körperlage befindet um die Füße in die Luft strecken zu können und dabei nicht umzufallen. Stärkung der Bereitschaft der Muskulatur auf verändernde Bewegungen zu regieren

Drehungen in Bauchlage (über die Seite): Eltern können das Baby bei der Drehbewegung unterstützen indem sie ihren Zeigefinger zu Festhalten anbieten und mit leichter Bewegung unterstützen. Gegebenenfalls muss dem Baby geholfen werden die Arme unter dem Körper herauszuziehen. erst im 2. viertel Jahr fängt das Baby an sich eigenständig zu drehen Vollständiges, eigenständiges drehen in Bauchlage bis Ende des 8. Monats

Drehungen in Rückenlage: Hier ist erstmals Hilfe erforderlich, da die Drehung vom Bauch auf den Rücken komplexer und oft schwieriger für die Babys ist als die Drehung vom Rücken auf den Bauch.

Alle Übungen fördern nicht nur die Bewegung, sondern auch Kognitive Strukturen der Kinder und bieten ganz neue Körper- und Bewegungserfahrungen. Durch den Einsatz von Hilfsmitteln werden die Sinne - sehen, hören, schmecken, fühlen, riechen - der Babys gestärkt und beansprucht. (Vgl.: Polinski, Liesel. PEKiP: Spiel und Bewegung mit Babys.S. 114-116.) (Julia)

PEKiP Gruppenleiter werden:

Der PEKiP e.V. bietet seine eigene Fortbildung für Gruppenleiter an. Voraussetzung hierfür ist eine sozialpädagogische Grundausbildung und im Anschluss die Weiterbildung mit Erhalt eines Zertifikates durch PEKiP. In der Fortbildung spezialisiert man sich auf die Elternbildung in der Frühen Kindheit und man lernt wie man eine PEKiP-Gruppe leitet. Ablauf der Fortbildung: Grundkurs: 100 Präsenz Unterrichtsstunden über 6-9 Monate ca. 50 Stunden Selbststudium

Inhalte: PEKiP-Spiel- und Bewegungsanregungen im ersten Lebensjahr Entwicklungspsychologische Grundlagen im ersten Lebensjahr Pädagogisches Handeln in einer Eltern-Kind-Gruppe Förderung von Lernprozessen bei Erwachsenen und Kindern in einer Gruppe nach dem Grundkurs kommt man in die Praxis- und Supervisionsphase ca. 40 Stunden über 9 Monate man leitet zum ersten Mal eigene Gruppen und wird dabei von einer ausgebildeten PEKiP Gruppenleiterin beobachtet der Grundkurs kostet 1640€ und der Supervisions-Kurs nochmal 1140€ (vgl. PEKiP.de, Fortbildungskonzept) (Isalie)

Kritik an PEKiP:

Die Kritik wendet sich nicht direkt gegen das Konzept PEKiP, sondern allgemein gegen Frühförderungsmaßnahmen. Im Übermaß bewirken diese nicht die gewünschten Effekte der Frühkindlichen Entwicklung, sondern gegenteilige Effekte. Frühkindliche Wahrnehmung und Lernerfolge können dadurch beeinträchtigt sowie gehemmt werden. Der Säugling sollte nur mäßig beschäftigt werden, um keine Überforderung und damit zusammenspielende Effekte zu provozieren.

Vorteile und Nachteile des Konzeptes im Überblick:

Vorteile:

  • Förderung frühkindlicher Entwicklung
  • Kontakt mit gleichaltrigen → gleichaltrige Gruppen
  • Frühe Bewegungserfahrung durch anregende Spiele → Interaktion
  • Eltern knüpfen Kontakte
  • Eltern Lernen den Umgang mit Kindern
  • Eltern werden auf Bedürfnisse der Kinder sensibilisiert und darauf zu reagieren
  • Eltern bekommen Professionellen Rat und Antworten auf ihre Fragen

Nachteile:

  • Überforderung der Kinder durch zu viel Programm am Tag/ in der Woche
  • Entwicklungsförderung: noch nicht bewiesen
  • Wird nicht mehr von den Krankenkassen übernommen
  • Bildungsschwache Familien und Familien mit Migrationshintergrund werden nur unterdurchschnittlich erreicht

(Julia)

Weitere Form der Eltern-Kind-Gymnastik im Babyalter - Babyschwimmen

Beim Babyschwimmen können Kinder ab einem Alter von 3 Monaten (meist, wenn die Babys ihren eigenen Kopf hochhalten können) mit ihren Eltern das Wasser erleben. Durch spezielle Grifftechniken werden die Babys von ihren Eltern oder geschulten Physiotherapeuten durchs Wasser gezogen und geschaukelt. Auch hier soll die Beziehung zwischen Eltern und Kind gefestigt werden und die Babys können sich untereinander kennenlernen. Meist wird die Stunde begleitet von Musik und Wasserspielzeugen. Das Besondere ist, dass die Babys sich im Wasser meist sehr wohl fühlen, da sie schon im Mutterleib von Fruchtwasser umgeben waren.

(vgl. Schwimmschule Kugelfisch, Youtube)

Vorteile von Regelmäßigem Babyschwimmen:

Anregung der Herztätigkeit durch Reflex gesteuerte Bewegungen im Wasser Intensivierung des Bewegungsempfinden: das Baby kann sich deutlich mehr bewegen im Wasser, das die noch nicht voll ausgeprägte Muskulatur durch den Auftrieb im Wasser unterstützt wird motorische Entwicklung und Muskelstärkung werden gefördert Gleichgewichtssinn und Koordination verbessern sich durch die Berührung mit dem Wasser, wird der Muskeltonus heruntergefahren und die Babys werden entspannt und schlafen besser Herz Kreislaufsystem und Atmung werden gekräftigt, Selbstvertrauen und vertrauen im Wasser wird gestärkt.

Risiken im Babyschwimmen: Das gechlorte Wasser könnte bei Allergiegefährdeten Babys Asthma auslösen Steigerung der Infektionen von Atemwegen, Ohren und Magen-Darm Risiko für Ertrinken bei Untertauchübungen.

Fazit:

Babyschwimmen ist, genau wie PEKiP, ein guter Weg die Beziehung zwischen Eltern und Kind, sowie die sozialen Beziehungen der Babys zu stärken. Mithilfe von geschultem Personal und ein wenig Vorsicht können Eltern und Babys gleichermaßen Spaß beim Schwimmen haben. Durch das Wasser haben die Babys eine hohe Bewegungsfreiheit und erlernen spielerisch motorische Fähigkeiten. Wie geht es nach dem ersten Lebensjahr weiter? (Isalie)

Eltern-Kind-Turnen - Kinderturnen

Gibt man Kinderturnen im Internet ein, so werden einem unzählige Vereine in der Nähe vorgeschlagen, bei denen Kinderturnen als Sportart angeboten wird. In Deutschland gibt es stand 2022 um die 20.000 Mitgliedsvereine, in denen sich ihr Kind für knapp 5-10 Euro pro Monat austoben kann. Bei den jeweiligen Landesturnverbänden findet man ebenfalls ausreichende Informationen zu den nächstmöglichen Angeboten.

Eltern-Kind-Turnen:

Für Kinder im Alter von 1-3 Jahren gibt es viele Angebote für Eltern-Kind-Turnen. In diesem Alter haben die meisten Kinder bereits die ersten Schritte gemacht und entdecken spielerisch die Welt. Die Entwicklung nimmt rasant zu und der Bewegungsspielraum wird größer. Durch das Eltern-Kind-Turnen können Balance, Muskelkraft und allgemein die Motorik gestärkt werden.

Die Eltern oder auch Großeltern haben hierbei eine wichtige Rolle. Sie sind nicht nur zur Aufsicht anwesend, sondern sollen aktiv an den Turnstunden teilnehmen. Das stärkt die gegenseitige Beziehung und fördert das Vertrauen. Falls etwas mal nicht so gut klappt können sie Mut und Bestätigung zusprechen. Eltern sind hier ein großes Vorbild für die Kinder, so kann schon früh vorgelebt werden, dass Bewegung und Spaß wichtige Bestandteile eines gesunden und glücklichen Lebens sind.

Die Kinder motivieren sich oft gegenseitig und lernen durch das abschauen von anderen Kindern schnell neue Bewegungen. Aber was bedeutet Kinderturnen überhaupt und warum ist es so beliebt? (Isalie)

Kleinkinderturnen:

Bereits zwischen dem 3.-5. Lebensjahr besteht die Möglichkeit, sein Kind im Kleinkinderturnen anzumelden. Anders als bei PEKiP und dem Eltern-Kind-Turnen, sind die Kinder unter Aufsicht von 1- 2 Trainer:innen/ Übungsleiter:innen unter sich. Die Eltern haben zwar die Möglichkeit vom Rand aus zuzusehen, nehmen aber während den Turnstunden eine passive Rolle ein. Somit wird die Selbstständigkeit der Kinder gefördert, und die soziale Interaktion mit den Spielkameraden gestärkt. Neue Bewegungserfahrungen und Bewegungsräume werden ohne Bezugsperson wahrgenommen und die Umweltbedingungen können neu entdeckt werden. Da in diesem Alter die Sprachfähigkeit wächst, spricht man hier von einer ersten Entwicklung der „begrifflichen Intelligenz“.

Das Denken und Lösen von bestimmten Bewegungsaufgaben, steht im Vordergrund und durch aktives Handeln und vielfältige Aufgaben, verbessern die Kinder stets ihre Beweglichkeit und schulen ihre Motorik. Anders als bei anderen Sportarten werden im Kinderturnen alle motorischen Grundfähigkeiten wie Krabbeln, Gehen, Laufen, Hüpfen oder Fangen erlernt. Hierbei kann mit oder ohne Materialien gearbeitet werden und in verschiedenen Formen gearbeitet werden. Ziel ist es, die Kinder von Beginn an für Bewegung zu begeistern und ihre Fähigkeiten zu stärken.

Ebenfalls spielt Gesundheitsförderung eine wichtige Rolle, da mit regelmäßiger Bewegung Haltungs- oder Herz-Kreislaufschwächen, Übergewicht und Koordinationsschwierigkeiten vorgebeugt werden können. (Vgl.: Deutscher Turner-Bund (2022). Kinderturnen: Was ist Kinderturnen?)

Im besten Fall entwickelt ihr Kind also Spaß am sportlichen Treiben und dem Miteinander der gleichaltrigen und tut nebenbei schon viel für seine/ihre Gesundheit. (Nadine)

Kinderturnen:

Um das fünfte Lebensjahr herum hat ihr Kind nun die Möglichkeit im weiterführenden Kinderturnen einzusteigen, um dort bis zum ca. 10. Lebensjahr den Sport weiter zu schulen. Die Übergänge zwischen den einzelnen Gruppen und Altersspannen sind jedoch fließend, sodass die Stunden an die individuellen Fähigkeiten der Kinder angepasst werden können, und sich kein Kind über- oder unterfordert fühlt. (Vgl.: Deutscher Turner-Bund (2022). Kinderturnen: Was ist Kinderturnen?)

Der deutsche Turnerbund beschreibt die Ziele des Kinderturnens mit folgenden Begriffen: „[…] Es orientiert sich an den motorischen Hauptbeanspruchungsformen Koordination, Beweglichkeit, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer“ Wichtige Grundsätze, die heutzutage in nahezu jeder Sportart eine entscheidende Rolle spielen. Im Unterschied zum Kleinkindturnen, sind die Kinder nun etwas älter und müssen lernen, mit ihren neu erlernten Fähigkeiten umzugehen. Aus einem Allgemeinen Bewegungstraining entstehen nun spezifische Bewegungsformen- und Abläufe.

Ablauf einer klassischen Kinderturnstunde:

Nachdem die Kinder zusammen mit der Übungsleiterin sich im Kreis durch verschiedene Aufwärmübungen warm gemacht haben, wird die Stunde meist mit einem Spiel herangeführt. Hier werden verschiedene Dinge ausprobiert, wie zum Beispiel ein Staffellauf, Parcourslauf etc. Weiter geht die Turnstunde, indem die Kinder an verschiedenen Turngeräten ihre Geschicklichkeit erproben können. Gefördert wird hier besonders die Geschicklichkeit, die Balance zu halten sowie das Springen, Klettern, Rollen usw. Auch viele Ballübungen werden in die Stunden eingebaut. So wird zum Beispiel mit den Kindern geübt, die gefangenen Bälle wieder dem Partner zu werfen, bzw. zu rollen.

Mit zunehmendem Alter der Kinder wird auch das Training intensiver und spezifischer. Es umfasst alle Hauptbeanspruchungsformen: Koordination, Beweglichkeit, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer. Jedoch formulierte der Deutsche Turner Bund 6 Grundsätze, die bei jeder Turnstunde berücksichtigt werden sollten.

Die Botschaften des Kinderturnens:

  • Bewegen: Erhalten von Gesundheit und Erlernen von sportmotorischen Fähigkeiten
  • Mitmachen: Durch soziale Erfahrung in eine Gemeinschaft integriert zu werden
  • Üben: Ausprägung von Fähigkeiten und Fertigkeiten
  • Erleben: Entwicklung von vielfältigen Persönlichkeiten, dem Körperbewusstsein und einem Sicherheitsgefühl
  • Spielen: Spaß, Freude und Motivation an erster Stelle
  • Können: Subsumierung aller Einzel Inhalte

(Vgl.: Deutscher Turner-Bund. Kinderturnen: Was ist Kinderturnen?)

Kernaussagen zusammengefasst:

  1. kein strikter Ablauf
  2. gemeinsame Rituale wie singen und tanzen zu Beginn oder Ende
  3. im Vordergrund steht das Sammeln neuer Bewegungserfahrungen mit Krabbeln,
  4. Balancieren, klettern, Hüpfen und Hindernisparcours
  5. Wichtig: Abwechslung
  6. Spaß steht an erster Stelle
  7. Programm soll nicht überfordern

Wie wird man Trainer/Übungsleiter?

Als Übungsleiter fürs Kinderturnen, braucht man als Erwachsener mindestens eine Ausbildung als Übungsleiter C-Lizenz. Als Jugendlicher kann man ebenfalls eine Ausbildung als Übungsleiterassistent machen, diese wird vom Deutschen Turner Bund vor allem bei 14-16 Jährigen angeboten. Die Kosten der jeweiligen Ausbildungen sind unterschiedlich, werden jedoch oft vom Verein übernommen, da Trainer immer wieder gesucht sind. (Vgl.: Haack, Christina. Konzeptionen für den Ausbildungsgang. Deutscher Turner-Bund) (Nadine)

Fazit

Abschließend lässt sich auf Grundlage des Textes zusammenfassen, dass Bewegung im Kindesalter wichtig zur Schulung der motorische Fähigkeiten und Bewegungen ist. Um welche Bewegungsform es sich hierbei handelt ist primär nicht wichtig und sollte nach persönlichen Präferenzen, Möglichkeiten sowie Gegebenheiten ausgewählt werden. Die verschiedenen Programmen lassen sich nicht in „besser“ und „schlechter“ unterteilen, da alle auf die Entwicklung und Ausprägung der motorischen Fähigkeiten in unterschiedlichen Ansätzen und mit unterschiedlichen Wegen abzielen. Allgemein gilt es den Kindern einen größtmöglichen Einblick in jegliche Sportart oder Bewegungsgruppe zu geben, ohne sie dabei zu überfordern und ständig aus gewohntem Umfeld rauszunehmen. Besonders im Alter der Entwicklung ist es für Kinder wichtig in vertrautem Umfeld zu agieren, um ihnen die bestmöglichen Entwicklungsvoraussetzungen zu schaffen, da Kinder in unbekanntem Umfeld sehr zurückhaltend und unsicher sind.

(Nadine, Isalie, Julia)

**Quellen:**

Deutscher Turner-Bund (2022). Kinderturnen:Was ist Kinderturnen? Deutscher Turner-Bund e.V. https://www.dtb.de/kinderturnen/ueber-kinderturnen/was-ist-kinderturnen. 01.07.2022

Haack, Christina. Konzeptionen für den Ausbildungsgang. Sportorganisation: Deutscher Turner-Bund. Sportorganisation: Deutscher Turner-Bund - Übungsleiterin / Übungsleiter B „Sport in der Prävention“. S. 1 ff. 01.07.2022

Kalicki, Bernhard (20 Februar.2013). Frühförderung mit PEKiP: Bringt das was?. Baby und Familie. 19.06.2022

Nieder, Angelika. (10 Januar .2019). Praxisportrait: Prager-Eltern-Kind-Programm – PEKiP. Springer: Erziehungs- und Bildungspartnerschaften Praxisbuch zur Elternarbeit. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-531-94295-7_8?noAccess=true. s. 103, 104. 01.07.2022

Polinski, Liesel. (2001). PEKiP: Spiel und Bewegung mit Babys. Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH. https://www.tanzversand-shop.de/WebRoot/Store8/Shops/63671998/MediaGallery/PDFs/10422.pdf. S. 15, 89, 90, 114-116. 01.07.2022

Pulkkinen, Anne. (2014). PEKiP: Babys spielerisch fördern. GU: Ratgeber Kinder. https://books.google.de/books?hl=de&lr=&id=PCObAgAAQBAJ&oi=fnd&pg=PP1&dq=Pekip&ots=8bmFbQ6wAm&sig=uLBVJQN8C8WVLNqJw_bS7aHXQBU#v=onepage&q=Pekip&f=false. S. 8 ff. 01.07.2022.

Ruppelt, Anna. (2022) PEKiP: Prager-Eltern-Kind Programm. Verein für Gruppenarbeit mit Eltern und ihren Kindern im 1. Lebensjahr. https://pekip.de. 01.07.2022

Speitel, Anja (04. April 2017) Babyschwimmen. MeinMed.at. https://www.minimed.at/medizinische-themen/gesundes-kind/babyschwimmen-ab-wann/

Theiß, K. & Lob-Corzilius, Dr. L. (März, 2014) Babyschwimmen - Nützlich oder riskant. Elternratgeber Pädiatrische Allergologie. S.37,f.

Videonachweise:

PEKiP-Prager Eltern Kind Programm, Youtube, https://www.youtube.com/channel/UCX2Fy1mZ3VgkryufGUiasKg/about

Schwimmschule Kugelfisch, Youtube, https://www.youtube.com/watch?v=CNElAcPZkCM

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motorischeslernen/projekte/mlbm2202.txt · Zuletzt geändert: 24.07.2022 18:37 von Julia Duchmann
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