ATSB1503 Analyse des Golfschlages

Analyse des Golfschlages
Veranstaltung ProSeminar Aktuelle Themen der Biomechanik SS15
Autor Marko Kepper & Kevin Ihrig
Bearbeitungsdauer 45 min
Präsentationstermin 09.07.2015
Zuletzt geändert


Einleitung

Im Seminar „Aktuelle Themen der Sportbiomechanik“ wählten wir uns als Projekt die Analyse des Golfschlages, da wir in diesem Sommersemester nebenbei den Grundkurs Golf besuchten und eine Art Selbstexperiment durchführen wollten. Dabei interessierten und besonders die Eckdaten bzw. Voraussetzungen, die einen perfekten Golfschlag ermöglichen und die Effekte, die eine Analyse des eigenen Golfschlages, zur Folge hat. Ziel unserer Arbeit ist es daher, diesen Leitfragen nachzugehen. Zum Einstieg werden wir ein paar allgemeine Informationen zum Golfsport wie die wichtigsten Regeln und Etiketten, den Golfplatz und die verschiedenen Schläger, geben, bevor wir in die Analyse gehen.

Da bereits ein weiteres Wiki-Modul im Bereich der Biomechanik besteht, welches die Grundlagen rund um die Analyse des Golfsports nahelegt (Link: http://wiki.ifs-tud.de/biomechanik/projekte/ss2012/golf), werden wir in unserem Modul den Fokus besonders darauf legen, die beschriebenen Grundlagen der Analyse auf unser eigenes Golfspiel zu beziehen, unsere eigenen Golfschwünge hinsichtlich eines „perfekten“ Schlages eines Profis vergleichen, die Veränderungen dabei über das Semester hinweg beobachten und die auftretenden Effekte der Analyse festhalten. Des Weiteren werden wir untersuchen, in wie weit eine solch genaue und aufwendige Analyse des Golfschwungs, die in vielen Fällen mit modernen und hochwertigen Geräten durchgeführt wird, im Amateurbereich lohnenswert beziehungsweise rentabel ist. Hierfür haben wir die jahrelangen Erfahrungen zweier Pros, die wir im Rahmen unseres Projektes und Grundkurses kennenlernten, berücksichtigt.

Der Golfsport ist eine traditionelle Ballsportart, deren Ziel es ist, einen Ball mit möglichst geringer Anzahl an Schlägen vom Abschlag in das zugehörige Loch zu spielen. Dabei gilt es stets die offiziellen Golfregeln und Etiketten zu beachten. Zum Einsatz kommen je nach Entfernung unterschiedliche Golfschläger, die in einem sogenannten Bag transportiert werden. Die maximale Anzahl an Schlägern, mit der eine Runde begonnen wird, beläuft sich auf 14 Stück. In der Regel besteht eine Golfrunde aus 9 oder 18 Loch, die nacheinander bewältigt werden. Der Golfsport hat eine lange Tradition und reicht zurück bis ins 15. Jahrhundert. Heutzutage gibt es weltweit mehr als 60 Millionen organisierte Golfspieler.

Regeln und Etiketten

Die vielen Golfregeln können in einer grundlegenden Regel zusammengefasst werden: Im Spiel gibt es nur einen Ball, der gespielt werden muss, so wie er nach einem ausgeführten Schlag zum Liegen kommt, außer er wird ersetzt oder zum Troppen aufgehoben.

Die Etikette

Sicherheit von Mitbewerber und eigener Person

  • Probeschwung nie in Richtung von Menschen
  • Genügend Platz zum Vorderflight einhalten (maximale Länge plus 30m)
  • Immer auf Höhe des zu spielenden Balles positionieren
  • Bei Gefährdung anderen Personen „FORE“ rufen
  • Bei Hören des FORE-Rufes in Sicherheit bringen (hinter Tasche verstecken)

Schonung des Platzes

  • Keine Probeschwünge auf den Abschlägen
  • Herausgeschlagene Rasenstücke wieder einsetzen und festtreten
  • Bunker einebnen
  • Pitchmarken ausbessern
  • Wagen nicht zwischen Bunker und Grün, sowie nicht über Grün und Abschlag ziehen
  • Fahne auf das Grün legen - nicht werfen
  • Fahne gerade in das Loch zurückstecken
  • Ball mit der Hand aus dem Loch holen
  • Nicht auf den Lochrand treten

Sonstiges

  • Nicht auf die Puttlinie treten
  • Schnellere Partie durchspielen lassen. Spielbahnrand aufsuchen, durchwinken, sobald eine Bahn davor frei ist
  • Ruhiges und sportliches Verhalten während der Runde

Die Regeln

Schläger

  • Der Spieler darf eine festgesetzte Runde nicht mit mehr als 14 Schläger antreten

Abb. 1: Golfbags & Abb. 2: Holz, Eisen und Putter

Der Ball

  • Der Spieler sollte vor Spielbeginn seinen Ball bekannt geben. Ein Ball ist im Spiel, sobald der Spieler auf dem Abschlag einen Schlag ausgeführt hat.
  • Sowohl die Größe, als auch die Beschaffenheit eines Golfballs werden in den Golfregeln definiert. Der Durchmesser eines Golfballs liegt bei mindestens 42,67 mm, das maximale Gewicht bei 45,93 g. Die Oberfläche des Balls ist mit ca. 300 bis 450 kleinen Dellen (sogenannten Dimples) versehen.

Abb. 3: Golfball

Der Abschlag

  • Der Abschlag ist der Ort, wo das zu spielende Loch beginnt. Der Abschlag ist eine rechteckige Fläche, zwei Schlägerlängen tief, deren Vorder- und Seitenbegrenzung durch die Außenseiten von zwei Abschlagmarkierungen begrenzt wird.

Abb. 4: Abschlag

Platzmarkierungen

  • Weiß – Ausgrenze
  • Blau – Boden in Ausbesserung
  • Gelb – Frontales Wasserhindernis
  • Rot - Seitliches Wasserhindernis

Ball bewegt

  • Ein Ball gilt als bewegt, wenn er seine Lage verändert und an anderer Stelle zur Ruhe kommt.

Ball fallen lassen

  • Ein Ball, der nach den Golfregeln fallen zu lassen ist, muss vom Spieler selbst fallen gelassen werden. Dabei muss der Spieler aufrecht stehen, den Ball mit ausgestreckten Armen auf Schulterhöhe halten und fallen lassen.

Der Schlag

  • Der Schlag ist die Vorwärtsbewegung des Schlägers, ausgeführt in der wirklichen Absicht, nach dem Ball zu schlagen und ihn zu bewegen.

Wasserhindernisse

Als Wasserhindernis zählt jedes Meer, jeder See, Teich, Fluss, Graben oder jeder sonstige offene Wasserlauf (Wasser enthaltend oder nicht) und alles Ähnliche. Probeschläge im Hindernis sind untersagt! Pfosten und Linien, die Grenzen eines Wasserhindernisses bezeichnen, liegen innerhalb des Hindernisses.

Wahlmöglichkeiten am frontalen Wasserhindernis:

Es gibt drei Möglichkeiten, wenn der Ball innerhalb des Hindernisses liegen bleibt: (s. Abb. 5: Frontales Wasserhindernis, links)

(1) Ist der Ball spielbar, kann dieser straflos gespielt werden. Ist er nicht spielbar, so gilt die gedachte Linie (2) vom Loch zum Punkt, an dem der Ball zuletzt die Hindernislinie gekreuzt hat. Der Spieler kann mit einem Strafschlag auf der Verlängerung dieser Linie fallen lassen. Die dritte und letzte Möglichkeit (3) heißt zurück auf den Abschlag, wo der nächste Schlag nun drei zählt. Fallenlassen auf der sogenannten Fluglinie gibt es nicht!

Wahlmöglichkeiten am seitlichen Wasserhindernis: (s. Abb. 6: Seitliches Hindernis, rechts)

Liegt der Ball am seitlichen Wasserhindernis, so bestehen fünf Möglichkeiten: Drei davon sind wie beim frontalen Hindernis. (1) Ball spielen, wie er liegt; (2) Hinter dem Hindernis auf der verlängerten Linie vom Loch und dem Punkt A, an dem der Ball zuletzt die Grenze des Hindernisses gekreuzt hat, mit einem Strafschlag fallen lassen; (3) Zurück zum Abschlag. Die anderen beiden Möglichkeiten ziehen ebenfalls einen Strafschlag nach sich. Man kann innerhalb zweier Schlägerlängen von A nicht näher am Loch (4) oder auf der gegenüberliegenden Seite des Hindernisses (5) fallen lassen. Bezugspunkt auf der gegenüberliegenden Seite ist B in gleicher Entfernung zum Loch wie Punkt A.

Der provisorische Ball

  • Provisorischer Ball ist ein Ball, der für einen Ball gespielt wird, welcher außerhalb eines Wasserhindernisses verloren gegangen oder im Aus ist.

Ball verloren oder Aus

  • Ist der Ball außerhalb eines Wasserhindernisses verloren oder Aus, so muss der Spieler mit einem Strafschlag so nahe wie möglich der Stelle spielen, wo der ursprüngliche Ball zuletzt gespielt wurde.

Der unspielbare Ball

Wenn ein Ball im Gelände für unspielbar erklärt wird, bestehen drei Möglichkeiten:

(1) Zurückgehen und von der Stelle des vorherigen Schlages spielen; (2) Ball innerhalb zweier Schlägerlängen von der Stelle, wo der Ball für unspielbar erklärt wurde, nicht näher zum Loch, fallen lassen oder (3) auf der gedachten Verlängerung vom Loch zum Ball fallen lassen. Die Strafe beträgt in allen Fällen ein Schlag. Ist der Ball im Bunker unspielbar, kann der Ball zur ursprünglichen Position zurückgelegt werden. Hingegen ist bei Anwendung von (2) und (3) der Ball auch im Bunker fallen zu lassen.

(vgl. O´Flynn J., Zusammenfassung der wichtigsten Regeln)

Der Golfplatz

Ein normaler Golfplatz besteht in der Regel aus 18 Golfbahnen, was jedoch nicht immer so war. 1964 wurde der erste Score von einer Golfrunde mit einem Wert von 121 Schlägen auf dem damals 22 Golfbahnen umfassenden Golfplatz von St. Andrews, dokumentiert. Erst einige Zeit danach wurde die Zahl der Golfbahnen auf 18 reduziert und als Länge für eine Golfrunde ins Regelbuch des Golfsports geschrieben. Dennoch existieren auch Golfplätze nur 9 oder mit 27, 36 usw. Spielbahnen. Jede Golfbahn besteht aus einer Abschlagsfläche, dem Fairway und einem Grün, wo sich das Ziel, das Loch mit der Fahne, befindet. Diese drei Elemente müssen verschiedene Eigenschaften aufweisen, weshalb sich unterschiedliche Sportrasenarten ergeben. So muss beispielsweise der Abschlag nach Starkregen schnell trocknen, absolut fest und eben sein, um einen stabilen und sicheren Stand zu ermöglichen. Das Grün wird sehr kurz und einheitlich gemäht, sodass der Golfball saubere ins Loch rollen kann. Dafür gibt es besondere 2-5mm kurze Grassorten, die trotz geringer Schnittlänge sehr dicht zuwachsen. Weitere Elemente sind mit Sand gefüllte Erdvertiefungen, auch Bunker genannt, Wasserhindernisse und das sogenannte Rough, längeres Gras bis hin zu ungepflegtem Gelände, welches sich entlang des Fairways zieht und hinterm Grün zusammenläuft. Der Übungsbereich besteht aus der Driving Range (für lange Schläge), dem Chipping oder Pitching Grün (für kurze Schläge), dem Putting Grün (zum Üben des Puttens), sowie unter Umständen mehreren Kurzbahnen (Kurzplatz).

(1) Abschlag; (2) Frontaler Wassergraben; (3) Rough; (4) Aus; (5) Bunker; (6) Wasserhindernis; (7) Fairway; (8) Grün; (9) Flagge; (10) Loch

Abb. 7: Typische Elemente einer Golfbahn

(vgl. Golf for Business)

Beschreibung der verschiedenen Schlägertypen

Im Golfsport gibt es insgesamt fünf verschiedene Schlägertypen. Diese Schlägertypen unterscheiden sich in den Punkten Griff, Schaft (verbindet Griff mit Schlägerkopf), Loft (Neigungswinkel der Schlagfläche), Bounce (Winkel vom tiefsten Punkt des Schlägerkopfes zur unteren Kante der Schlagfläche), Lie (Winkel, in dem der Schaft am Schlägerkopf befestigt ist) und Launch (Abflugwinkel des Golfballes). Die drei Hauptkomponenten, aus denen ein Golfschläger aufgebaut ist, sind Schlägerkopf, Schaft und Griff. Der Schlägerkopf hat an der Oberseite das sogenannte Hosel, dies ist das Verbindungsstück, in das der Schaft eingesetzt wird.

Abb. 8: Loft und Lie eines Schlägers

Putter:

  • Loft ca. 0°-4°
  • Schaftlänge 30-48 Zoll

Der Putter ist im Golfsport der wichtigste Schläger im Golfbag. Man führt mit keinem anderen Schläger pro Golfrunde so viele Schläge aus. Der Putter dient zum Einlochen des Balles auf dem Grün, für das man im Schnitt zwei Schläge benötigt, womit man ihn pro Runde ca. 36 benutzt. Aufgrund des geringen Anstellwinkel der Schlagfläche (Loft) hat der gespielte Ball keine Flugkurve vorzuweisen. Der Schläger wird vergleichsweise langsam geschwungen, um den Ball präzise auf dem Grün ins Loch zu spielen.

Abb. 9,10,11: Putter & entsprechende Ansprechposition (eigene Abbildungen)

Wedges:

  • Loft ca. 48°-62°
  • Schaftlänge ca. 34-36 Zoll
  • Pitching Wedge: 48°
  • Gap Wedge: 52°
  • Sand Wedge: 56°
  • Lob Wedge: 60°

Der Wedge wird für präzise Annäherungen unter 100m Entfernung zum Loch benutzt. Weiterhin verwendet man ihn, um sich aus schwierigen Lagen (z. B. Bunker, hohes Gras) zu befreien. Die Flugkurve ist aufgrund eines großen Lofts überaus steil und hoch, da der Ball mit viel Backspin unterschnitten wird. Durch die Schwunggeschwindigkeit und das Halten des Wedge kann diese Flugkurve variiert werden.

Abb. 12,13,14: Wedge & entsprechende Ansprechposition (eigene Abbildungen)

Eisen:

  • Loft ca. 15°-48°
  • Schaftlänge ca. 35-40 Zoll
  • Eisen 1: 15° (heute nicht mehr produziert)
  • Eisen 2: 18° (bei Amateuren unüblich)
  • Eisen 3: 21°
  • Eisen 4: 24°
  • Eisen 5: 27°
  • Eisen 6: 31°
  • Eisen 7: 35°
  • Eisen 8: 39°
  • Eisen 9: 44°
  • Eisen 10: 48° (entspricht dem Pitching Wedge)

Eisenschläger werden in der Regel für kurze und mittellange Distanzen eingesetzt. Diese ermöglichen dem Golfspieler im Vergleich zu Hölzern eine bessere Ballkontrolle, womit sie auch für schwierige Schläge geeignet sind. Im Vergleich zum Wedge ist die Flugkurve wegen geringeren Lofts flacher und deutlich weiter.

Abb. 15,16,17: Eisen 7 & entsprechende Ansprechposition (eigene Abbildungen)

Hölzer:

  • Loft ca. 6°- 22°
  • Schaftlänge ca. 40-45 Zoll

Der Begriff „Hölzer“ stammt aus der Zeit, als die Schläger tatsächlich noch aus Holz hergestellt wurden. Seit den 80er Jahren gibt es die uns heutzutage bekannten Hölzer bestehend aus Metall. Die Schlagfläche ist deutlich größer als bei anderen Schlägern, um die Treffsicherheit beim Abschlag, bei dem mit dem längsten der verschiedenen Golfschläger die höchsten Geschwindigkeiten erzielt werden, zu gewährleisten. Mit diesem Schläger kann wegen des geringen Lofts mittels eher flacher Flugkurve am weitesten geschlagen werden.

Abb. 18,19,20: Holz 3 & entsprechende Ansprechposition (eigene Abbildungen)

Die Flugkurve des Balles

Impact - Die Bedeutung des Treffmoments:

  • Der Impact ist das entscheidende Kriterium jedes Golfschlages. Im Treffmoment entscheidet sich, wie der Ball wohin fliegt.

Einflussgrüßen der Flugbahn und Rollweite

  • Abfluggeschwindigkeit (10m/s mehr führen beispielsweise zu rund 40m längeren Drives)
  • Je länger der Schläger und je geringer der Loft, desto höher ist die Abfluggeschwindigkeit des Balls und desto niedriger der Abflugwinkel und Spinrate (z.B. Driver: Abfluggeschwindigkeit 66,8 m/s, Abflugwinkel 10,8°, Spinrate 52,8 Umdrehungen/s; Eisen 9: Abfluggeschwindigkeit 44,1 m/s, 23,5° Abflugwinkel und 149,1 Umdrehungen/s Spinrate)
  • Treffpunkt am Schlägerblatt (Treffpunkt im Zentrum des Schlägers, auch Sweet Spot genannt, hat die größte Weite - z.B. 1,875 cm Abweichung vom Sweet Spot nach außen entsprechen 30m weniger Weite)
  • Masse und Beschaffenheit von Schläger und Ball (die besten Weiten wurden bei Massen von 200-250g ermittelt)
  • Loft des Schlägers und Schlägerstellung im Treffmoment
  • Abflugrichtung
  • Backspin und Flughöhe
    1. Hat der Ball den Schläger verlassen, ist seine Flugbahn weitgehend festgelegt
    2. Während des Fluge wirken Schwerkraft, Luftwiderstands- und Auftriebskraft
    3. Durch sog. Dimpel (kleine Vertiefungen der Schale des Balles) wird der Luftwiderstand durch die Entstehung von turbulenter Grenzschichtströmung unterstützt
    4. Magnus-Effekt (höhere Relativgeschwindigkeit am oberen Teil des Balles im Vergleich zur Unteren erhöht den statischen Druck an der Unterseite und eine nach oben gerichtete Kraft) durch Backspin lässt sich eine höhere und weitere Flugbahn erzielen

Der Golfschwung

Beispiel des Golfschwungs anhand Tiger Woods

Der Griff

Das gute Golfen fängt, wie viele Anfänger unterschätzen, bei der Art und Weise des Griffs am Sportgerät an. So kann beispielsweise ein schlechter Griff verhindern, dass im Treffmoment die Schlagfläche orthogonal zur Ziellinie ist. Während der Griff langjähriger Profis immer lockerer wird, greift ein Amateur tendenziell zu fest. Zur Verdeutlichung sprechen Golflehrer inzwischen vom „Halt“ des Schlägers.

Der Golfschläger wird grundsätzlich nur mit den vorderen Handballen und den Fingern gehalten. Dabei greift die linke Hand (für Rechtshänder) zuerst den Schläger. Der Griff sollte hierbei in einer Linie vom Handballen des kleinen Fingers bis zum mittleren Gelenk des Zeigefingers verlaufen.

Beim Zugreifen legen sich beide großen Handballen auf den Griff, während der Daumen etwas rechts von der Mittellinie ruhen sollte. Zur Überprüfung, ob der Griff richtig ansetzt, sollten nur noch zwei Fingerknöchel des Handrückens zu sehen sein und der Daumen und Zeigefinger ein V bilden, welches in Richtung der rechten Schulter zeigt.

Die vordere Schlägerkante muss dabei senkrecht nach oben zeigen. Schaut man entlang des Schaftes, sollte die Schlägerkante eine gerade Verlängerung zum Schläger darstellen. Ist dies nicht der Fall, sollte man dies mit der rechten Hand korrigieren. Jede Verschiebung hat im Treffmoment zur Folge, dass die Schlagfläche geöffnet oder geschlossen ist und die gerade Flugkurve nicht mehr gewährleistet werden kann. Die rechte Hand greift nun vor die Linke. Dabei ist es wichtig beide Hände richtig zusammenzupassen, damit sie während des Schwungs eine Einheit bilden können.

Grundsätzlich wird der Griff nur mit den Fingern gehalten.

Abb. 21: Vereinfachte Darstellung des Griffs beim Golfschwung (eigene Abbildung)

(vgl. Letztelter H. & M., 2002, S. 96-103)

Der Stand - Ansprechposition mit Ball

Beim Golfsport ist wie in vielen Sportarten ist die Balance ein entscheidender Erfolgsfaktor. Einerseits ist ein stabiler Stand, um die Balance zu halten, grundlegend für den Golfschwung und andererseits muss eine schnelle Rumpfbewegung gewährleistet sein. Der optimale Stand ist somit in etwa schulterbreit. Für lange Schläger (wie längere Eisen oder Hölzer wie der Driver), die einen größeren Schwungradius haben empfiehlt sich, den Stand etwas zu verbreitern. Kurze Eisen sind einfacher zu spielen, weshalb der Stand hierbei etwas enger ausfallen kann. Abb. 22: Frontale Ansicht der Ansprechposition (eigene Abbildung)

Im Normalfall sollten die Füße parallel aufgesetzt werden und parallel zur Ball-Ziel-Linie verlaufen. Die Achsen durch Schulter- und Beckengürtel verlaufen in derselben Art und Weise. Um die Belastungen der Gelenke zu schonen und zu erleichtern, können die Fußspitzen leicht nach Außen geknickt werden. In der Ansprechposition sollte das Gewicht gleichmäßig auf beide Füße verteilt werden. Arme und Schultern bilden ein Dreieck. Die eine Hand greift tiefer am Golfschläger, weshalb die Schulterlinie schräg verläuft. Die vordere Schulter ist somit höher als die hintere. Diese Haltung erleichtert unter anderem die axiale Körperdrehung während des Schlages. Ansonsten sollte aber alles neutral gewichtet und parallel zur Ziellinie ausgerichtet sein. Weiterhin wichtig für den richtigen Stand, um einen optimalen Golfschwung zu ermöglichen, ist, dass der Ansprechwinkel (der Winkel der Schwungebene) stimmt. Das perfekte Maß zwischen zu aufrecht, was zu Problemen mit längeren Golfschlägern führt, und zu starkem Vorbeugen, was die Dynamik und Beweglichkeit einschränkt, gilt es zu finden. Als letzten Schritt beugt man sich also je nach Schlägerlänge mehr oder weniger über den Ball und geht leicht in die Knie, ohne die Oberschenkelmuskulatur dabei übermäßig zu beanspruchen. Um einen vollen Schwung zu garantieren sollte ein Eisen immer auf einer Linie in der Mitte zwischen beiden Füßen auf dem Boden aufsetzen, sodass der Schlägerkopf direkt hinter dem Ball auf dem Boden aufgesetzt werden kann. Die Ansprechposition dient zusammengefasst vor allem der Zielausrichtung und gilt für alle längeren Golfschläge. Dabei gilt, je stabiler der Stand, desto größer und stabiler wird die Spannung, sowie die Schwungebene und entsprechend weiter die Flugkurve.

Je nach Neigung des Schlägerblattes fliegt der Ball kurz und hoch oder weit und flach.

Abb. 23: Frontale und seitliche Ansicht der Ansprechposition (eigene Abbildung)

  • gesamte Wirbelsäule befindet sich in neutraler, physiologisch normalen Stellung
  • Je kürzer der Schläger, desto stärker die Vorneigung des Oberkörpers
  • Halswirbel leicht lordosiert (Blick stets auf den Ball gerichtet)
  • Arme hängen locker vor dem Oberkörper
  • Schläger ist Verlängerung des linken Arms (einheitliche Bewegung von Armem und Schlägerschaft im Aufschwung)
  • Je länger der Schläger, desto höher ist die Schulterneigung

(vgl. Letzelter H. & M., 2002, S. 78-96)

Der Rückschwung mit Ball

  • Nach der klassischen Dreigliederung von Meinel/Schnabel ist der Rückschwung die Vorbereitungsphase (vgl. Meinel, 1960, zitiert nach Letzelter, 2002, S. 130)
  • Nach Rieling ist er eine überleitende Vorbereitungsphase (vgl. Rieling, 1967, zitiert nach Letzelter, 2002, S. 130)
  • Nach der funktionalen Bewegungsanalyse von Göhner ist er die wichtigste Hilfsfunktionsphase (vgl. Göhner 1979, zitiert nach Letzelter, 2002, S. 130)

Funktion: Schaffen einer günstigen Startposition, so dass im Impact eine möglichst hohe Schlägerkopfgeschwindigkeit erzielt und der Schläger auf einer günstigen Bahn geschwungen werden kann

  • Rumpf beginnt sich unter Beibehaltung des geneigten Oberkörpers, nach rechts zu drehen
  • Kontrolliertes und langsames Wegführen des Schlägerkopfes vom Ball
  • Gleichzeitig Gewichtsverlagerung auf das hintere Bein
  • Zurückweichen der rechten Hüfte blockieren, um Schwungebene nicht zu verschieben
  • Knie- und Hüftgelenkswinkel bleiben während des gesamten Schwungs unverändert
  • Stabilität des Unterkörpers wird durch Innenrotatoren (Oberschenkel Innenseite) bewirkt
  • Körperachse wird auf der rechten Knie- und Fußseite entgegen der Rückschwungrichtung stabilisiert
  • Rotation zwischen Schulter- und Beckengürtel
  • 9-Uhr-Stellung (s. Abb. Linkes Bild) Schläger steht horizontal und parallel zur Ziellinie, Hände noch nicht gewinkelt
  • Verstärktes anwinkeln der Handgelenke
  • Schlägerblatt zeigt dabei nach oben
  • Kopf verschiebt sich leicht entgegen der Schlagrichtung, Blick fixiert noch immer den Ball
  • Becken leicht mit gedreht
  • Arme horizontal, Schläger senkrecht dazu
  • Linker Ellenbogen nach Möglichkeit nahezu gestreckt während der Rückschwungphase
  • Oberkörper wird gegen das fest auf dem Boden fixierte rechte Bein gedreht
  • Verlagerung des Schwerpunktes, der sich nun mehr über dem rechten Fuß befindet
  • Am Ende dieser Phase sind die Schultern um 90 Grad gedreht und der Schläger nahezu horizontal

–> Durch das aktive Schwungholen und die Verdrehung des Oberkörpers, der Stabilisierung durch den Rumpf, wird eine erhebliche Körperspannung erzeugt, die nach dem Peitschenprinzip und der Impulsübertragung, über den Schläger auf den Ball übertragen wird. In der Rückschwungphase findet die vertikale Drehachse mehr in der rechten, in der Durchschwungphase mehr in der linken Körperhälfte statt. Es gilt beim Aufschwung nicht möglichst weit Schwung zu holen, sondern ist der „optimale“ Beschleunigungsweg durch die maximale Beschleunigungsleistung vorbestimmt.

Abb. 24,25,26: Vereinfachte Darstellung der wichtigsten Merkmale beim Rückschwung (eigene Abbildungen)

(vgl. Letzelter H. & M., 2002, S. 130-149)

Der Durchschwung mit Ball

* Der Durchschwung ist die Hauptphase, in er die eigentliche Bewegungsaufgabe gelöst wird. Das Endglied der Gliederkette des Körpers, hierbei der Schlägerkopf, wird durch einen Kraftimpuls resultierend aus dem gesamten Körper beschleunigt (vgl. Meinel/Schnabel, 1987, zitiert nach Letzelter, 2002, S. 152).

* Kombination aus Rotation und Translation

  • Der Durchschwung erfolgt auf derselben Bahn wie der Rückschwung
  • Im höchsten Punkt des Rückschwungs beginnt die Gewichtsverlagerung in Richtung Ziel
  • Nacheinander setzen Hüftrotation, Gewichtsverlagerung und Durchschwingen des Schlägers ein (Beine und Hüfte leiten den Schwung ein)
  • Arme und Schläger schwingen auf einer Kreisbahn
  • Je schneller man den Schlägerkopf bewegt, desto mehr wird dieser nach außen beschleunigt –> Zentrifugalkraft
  • Rumpf stabilisiert den Oberkörper und ermöglicht die Rotation
  • Wichtig ist eine stabile Oberkörperposition und ein korrekter Ablauf im Sinne der kinematischen Kette (Abstimmung der Muskelketten von den Füßen bis zu den Fingerspitzen)
  • 9-Uhr- Stellung: Muskeln im rechten Unterarm geben einen entscheidenden Impuls zur maximalen Beschleunigung
  • Gewichtsverlagerung bereits deutlich nach links verschoben
  • Gesamter Körper wird gedreht, sodass die Bewegung des Schlägers nicht abgebremst wird
  • Hüftrotation eilt etwas voraus, um ein freies Schwingen des Schlägers zu ermöglichen
  • Muskelspannung wird gehalten
  • Hände beginnen sich zu winkeln (Supination der linken und Pronation der rechten Hand)
  • Je nach der gewünschten Weite wird der Schlägerkopf früher oder später nach außen beschleunigt
  • Schlägerkopf hat eine höhere Geschwindigkeit als die Hände, überholt diese im weiteren Verlauf, sodass die Handgelenke diesen Prozess zulassen/freigeben müssen
  • Erhöhte Fliehkraft des Schlägerkopfes durch aktives Strecken der Handgelenke
  • Kopf folgt harmonisch dem drehenden Körper
  • Gewichtsverlagerung auf linkes Bein

Beim Durchschwung handelt es sich um eine beschleunigte Rotationsbewegung, die durch das Aufbringen eines Drehmomentes über die Füße erzeugt wird. Zeitlich betrachtet sollte der Abschwung eingeleitet werden, bevor der Aufschwung beendet ist, um die Vorspannung in der Muskulatur zu nutzen und eine höhere Anfangskraft zu erzielen. Bei der Endbeschleunigung summiert sich die stark zunehmende Winkelgeschwindigkeit am Handgelenk mit der relativ gering abnehmenden des Arms zu einer hohen Bahngeschwindigkeit des Schlägerkopfes. Diese ist aufgrund unterschiedlicher Radien und der Entwinkelung des Schlägers etwa sechsmal so hoch wie die der Hände.

Abb. 27,28,29,30,31: Vereinfachte Darstellung der wichtigsten Merkmale beim Durchschwung (eigene Abbildungen)

(vgl. Letzelter H. & M., 2002, S. 152-187)

Das Treffmoment

  • Treffpunkt des Balles mit einer von innen nach außen verlaufenden Schwungkurve
  • Schlägerkopf ist senkrecht zur Ziellinie
  • Hände befinden sich deutlich vor dem Schlägerkopf
  • Zuerst wird der Ball, dann der Boden getroffen
  • Durch zeitgleiches Drehen von Becken- und Schultergürtel, werden unnötige Belastungen der Bandscheiben vermieden
  • Rechter Fuß ist weitestgehend zum Ziel abgerollt
  • Gewichtsverlagerung deutlich über dem linken Bein

Der Schwung beim Golfschlag ist eigentlich völlig egal, solange der Ball richtig getroffen wird. Das ist der Fall, sofern der Schlägerkopf:

  1. mit angemessener Geschwindigkeit
  2. mit dem richtigen Auftreffwinkel und
  3. rechtwinklig zur Ziellinie geschwungen wird,
  4. den Ball im Zentrum triff und wenn
  5. die Tangente an die Schwungbahn zum Ziel zeigt

In der Praxis zeigt sich jedoch, dass man auf Dauer nur dann erfolgreich ist, wenn man sich an gewissen Leitbildern orientiert und die Gesetzmäßigkeiten berücksichtigt.

Abb. 32: Frontale Ansicht beim Treffmoment (eigene Darstellung)

(vgl. Letzelter H. & M., 2002, S. 52-66)

Ausschwungphase - Das Finish

Abb. 33: Vereinfachte Darstellung des Finish (eigene Abbildung)

  • Der Ausschwung beschreibt die Endphase des Golfschwungs
  • 3 Funktionen
  1. Die präventive: Ein optimaler Ausschwung vermindert/verhindert Verschleißerscheinungen und Verletzungen
  2. Die diagnostische: Ein geglückter Ausschwung ist ein aussagekräftiger Indikator für die Qualität des vorangegangenen Abschwungs
  3. Die leistungsorientierte: Antizipation und vor allem Training des Ausschwungs haben einen positiven Effekt auf den Abschwung
  • Ausschwingen auf der Schwungebene
  • Drehung der rechten Schulter, sowie des Kopfes in Zielrichtung
  • Mitdrehbewegung ermöglicht eine längere Phase des Abbremsens des Schlägers (sorgt für geringere Belastungen)
  • Oberkörper zeigt in Richtung des Zielpunktes
  • Gewichtsverlagerung komplett auf das linke Bein
  • Ablegen des Schlägerschaftes auf der Schulter
  • Oberkörper ist gerade und aufrecht
  • Schultergürtel dreht etwas weiter als der des Beckens

Abb. 34: Vereinfachte Darstellung der Schwungebene (eigene Darstellung)

(vgl. Letzelter H. & M., 2002, S. 190-195)

Im Laufe unseres Projektes haben wir uns mit dem aktuellen Projekt der TU Darmstadt bezüglich der Analyse des Golfens auseinandergesetzt und dabei mit Gerrit Kolleger die wichtigsten Punkte kommuniziert. Diese, sowie eine kurze Beschreibung des Projektes, werden wir im Folgenden Abschnitt behandeln.

BIMROB: Bidirectional Interaction between huMan and Robot for the learning of movements

Die Technische Universität befasst sich im Bereich Sport mit der wechselseitigen Interaktion zwischen Mensch und Roboter für den Lernprozess von Bewegungen. Dabei wird im Bereich des Golfen interdisziplinär geforscht, wobei zunächst das Putten im Mittelpunkt steht. Ziel ist es jedoch der volle Schwung. In den letzten Jahrzehnten haben sich die Überlappungen der Arbeitsbereiche zwischen Menschen und Robotern deutlich gesteigert. So ergeben sich mehr und mehr Situationen, in denen diese beiden interagieren. Hinsichtlich dessen ergaben sich vor allem die Fragen, wie Menschen und Roboter die Ausführung von Bewegungen zusammen und voneinander lernen können, sowie den besten Weg, die Vorteile beider Seiten dabei zu kombinieren.

Der Hauptfokus bei dem Projekt BIMROB ist die wissenschaftliche Untersuchung der Interaktion zwischen Mensch und Maschine beim Bewegungslernen. Dabei sollen beide Seiten neue Bewegungen erwerben und ihre Leistung bei bestimmten Aufgaben verbessern.

Diese Art von gemeinsamen Bewegungslernen kann einer riesigen Anzahl verschiedener Anwendungen führen: industrielle Roboter könnten durch die technische Interaktion mit Menschen neu ausgebildet werden, ohne dies neu programmieren zu müssen; neue Geräte und Programme für die Rehabilitation motorisch eingeschränkter Patienten könnten kreiert werden.

BIMROB umfasst vier verschiedene Einheiten. Die Verbesserung der Bewegung wird hierbei in einer gemeinsamen Art und Weise anhand des Lernens eine Golfball zu putten. Jede dieser Einheiten korrespondiert mit einem besonderen Typ der Interaktion:

  1. Ein Mensch lernt eine Bewegung von einem anderen Menschen
  2. Ein Roboter lernt eine Bewegung von einem Menschen
  3. Ein Mensch lernt eine Bewegung von einem Roboter
  4. Roboter und Mensch lernen die Bewegung zusammen

Der momentane Stand der Forschung ist die Untersuchung der ersten Interaktion, der zwischen zwei Menschen. Dabei werden die Prozesse, die beim Menschenlernen auftreten untersucht. Es zählen Erfahrungen und wichtige Themen über die man während des Lernprozesses kommuniziert, sowie das Feedback nach einer Bewegungsausführung.

Analyse der eigenen Bewegung - Vergleich zum Pro

Zeitlupe der Golfschwünge

  • Griff und Ansprechposition werden vernachlässigt, da es hier um den reinen Schwung an sich geht
  • Zur Ansprechposition ist zu sagen, dass die wichtigen Aspekte nahezu erfüllt sin (schulterbreiter Stand, Kopf fixiert den Ball, Füße leicht nach außen abgeknickt, Gewichtsverteilung auf beiden Füßen, Schulterachse ist schräg und Oberkörper ist nach vorne gebeugt, sodass sich der Kopf nahezu über dem Ball befindet)

Golfschwung Kevin

  • Kontrolliertes Rückschwingen des Schlägers
  • nach rechts Drehen des Rumpfes unter Beibehaltung des geneigten Oberkörpers
  • nur leichte Gewichtsverlagerung auf hinteres Bein
  • 9-Uhr-Stellung wird erreicht
  • Schulter dreht weiter als Hüfte (Körperspannung wird erreicht)
  • Rotation allerdings noch recht eingeschränkt (leichtes Einknicken des linken Ellenbogens)
  • Hände winkeln verstärkt an
  • Kopf fixiert während der gesamten Bewegung den Ball (verschiebt sich beim Rückschwung etwas entgegen der Zielrichtung)
  • Durchschwung beginnt in den Beinen/Hüfte
  • Gewicht wird Richtung linkes Bein verlagert
  • Kopf folgt harmonisch dem drehenden Körper
  • Allerdings ist beim Durchschwingen eine leichte Vertikalbewegung des Körpers zu beobachten (Körper und Kopf verschieben sich kurzzeitig nach unten und anschließend wieder nach oben)
  • Nach dem Prinzip der kinematischen Kette muss der Schwung noch mehr aus der Hüfte kommen (Hohlkreuz und stärkeres Einknicken des rechten Beins zur harmonischen Gewichtsverlagerung)
  • Ausschwung nahezu identisch mit der Zielbewegung

Zitat Achim Koch (Dozent beim Grundkurs Golf):„Trotz kleinerer Mängel ein für einen Anfänger sehr guter Golfschwung“

Golfschwung Marko

  • Kontrolliertes Rückführen des Schlägers unter Beibehaltung des geneigten Oberkörpers
  • Gewichtsverlagerung auf hinteres Bein
  • Schulter dreht weiter als Hüfte (Körperspannung wird erreicht)
  • 9-Uhr-Stellung wird durchlaufen
  • Anschließend winkeln die Hände verstärkt an
  • Kopf fixiert auch hier während des gesamten Schwungs den Ball
  • Rotation noch recht eingeschränkt (Schläger kann noch weiter nach hinten geführt werden)
  • Beim Rückschwung wird der Griff (rechte Hand) kurz geöffnet
  • Kopf folgt harmonisch dem drehenden Körper
  • Beim Durchschwung beginnen Beine und Hüfte die Drehung
  • Linker Arm knickt am Ellenbogen leicht ein
  • Beim Durchschwung ist auch hier eine Vertikalbewegung des Körpers zu beobachten (siehe Höhe des Kopfes)
  • Nach dem Prinzip der kinematischen Kette muss der Schwung noch mehr aus der Hüfte kommen (Hohlkreuz und stärkeres Einknicken des rechten Beins zur harmonischen Gewichtsverlagerung)
  • Ausschwung nahezu identisch mit der Zielbewegung (linker Arm kann noch deutlich gestreckter sein)

Zitat Achim Koch: „Bis auf Kleinigkeiten für einen Anfänger ein sehr guter Golfschwung“

Zusammenfassung und Ausblick

Fazit:

  • Bei einem gelungenen Golfschlag ist die lockere und nicht verkrampfte Ausführung viel wichtiger, als einhundertprozentig perfekte Technik (Beispiele: Jim Furyk, John Daly)
  • Einer der schlimmsten Fehler ist, den Höhenabstand des Kopfes zu verändern! (Kopf zu hoch: man schlägt über den Ball; Kopf zu niedrig: man schlägt in den Boden)
  • Golfschwung nicht mit den Armen & Händen ausführen, sondern Energie aus großen Muskeln wie Rücken, Hüfte und Oberschenkel verwenden (kinematische Kette!) Geschwindigkeit und Genauigkeit verbessern sich dadurch erheblich
  • Hüftrotation zusammen mit Gewichtsverlagerung ist alleiniger Motor des Schwunges
  • Versucht man die Kraft aus den Armen/Händen zu gewinnen, führt dies zu Verkrampfungen, die das Gegenteil bewirken
  • Schlagfläche muss senkrecht zur Ziellinie stehen
  • Dem Ball nach dem Schlag nicht zu früh hinterherschauen! Das führt zu einem Hochreißen des Kopfes, wodurch der Ball nicht sauber getroffen wird
  • Endposition (siehe Abb.) dient zur perfekten Übertragung der gewonnenen Energie (genauso wichtig für perfekten Golfschlag)
  • Anfänger neigen dazu, die Energie für den Schlag aus möglichst vielen Gelenken und Muskelbewegungen zu gewinnen (z. B. Einknicken des linken Ellenbogens)
  • Je mehr Muskeln kontrolliert werden müssen, desto komplizierter wird die Kontrolle und Reproduzierbarkeit des Schwungs!
  • Je weniger Bewegung, desto besser
  • Versuche, bewusst möglichst schnell zu schlagen, führen fast immer zur verkrampften Muskulatur –> locker bleiben und Geschwindigkeit gemächlich steigern
  • Körperspannung und der dadurch entstehende Peitschen-Effekt sind entscheidend
  • Um auf der perfekten Schwungebene zu bleiben, muss der Schläger wieder nach vorne gezogen werden, was nur mittels Hüftbewegung Richtung Ziel geschehen kann

Der Bewegungsablauf des Golfschwungs ist nach dem des Stabhochsprungs der Zweitschwerste im Sport und erfordert somit ein enormes Pensum an Training. Es gilt die Regel, je weniger man sich bewegt umso besser.

Der Golfschwung erfordert eine komplexe Bewegung, bei der unzählige Muskeln und Gelenke entscheidend sind. So neigen vor allem Anfänger dazu für den Golfschwung völlig unsinnige und überflüssige Bewegungen zu machen, die einen optimalen Schlag verhindern. Ziel ist es beim Golfen durch intensives Training einen Golfschwung zu entwickeln, der den Schlägerkopf immer wieder auf der gleichen Schwungebene exakt an en Ball bringt. Um den Ball möglichst weit zu schlagen ist es notwendig, eine möglichst hohe Schlägerkopf-Geschwindigkeit. Dabei sollte die notwendige Energie für weite Schläge nicht wie bei den meisten Anfängern aus den Armen und Händen generiert werden, sondern vielmehr durch Körperspannung, Gewichtsverlagerung, Hüftrotation und Impulsübertragung von den Füßen bis zum Schlägerkopf aufgebaut und schließlich auf den Ball übertragen werden.

Schließlich kommt es beim Golfen darauf an, dass jeder Spieler seinen eigenen (authentischen) Golfschwung findet. Das sollten gute Golflehrer berücksichtigen und nicht versuchen einen Schönheitspreis zu gewinnen, wenn der Schüler trotz sehr viel individueller Interpretation des Golfschwungs den Ball in der Regel ganz ordentlich trifft. Aus diesen Gründen sind biomechanische Analysen mittels technischer Geräte nicht unbedingt gewinnbringend, da sie dem Golfspieler die optimale Schwungausführung aufzeigen, aber dabei die individuellen Interpretationen, die jahrelang gewinnbringend waren, nicht berücksichtigen. Einsatz und Ertrag sind bei diesen Geräten daher vor allem für Amateure nicht rentabel. Des Weiteren kommt hinzu, dass die Analyse eines so komplexen Ablaufs so umfangreich ausfällt, sodass die Anfänger durch die vielen Informationen total überfordert sind. Dies äußert sich zunächst darin, dass der Ball bei den folgenden Schlägen schlechter als vorher getroffen wird. Um also Analysen sinnvoll einzusetzen ist es wichtig, die vielen Informationen zu bündeln und sich nach und nach auf verschiedene Punkte zu fokussieren. Weiterhin muss man dem Prozess viel Zeit geben, um Erfolge zu verzeichnen. Im Profibereich können diese jedoch unersetzbar sein, um den guten Schlag noch weiter zu optimieren.

Ausblick:

Für weitere Wiki-Projekte wäre es sicherlich interessant die Analyse des eigenen Golfschwunges/Golfschlages mit existierenden Apps durchzuführen und die dabei auftretenden Effekte zu dokumentieren.


Fragen

  1. Nennen Sie die 5 Phasen bei einem normalen Golfschwung.
  2. Worin unterscheiden sich die einzelnen Golfschläger?
  3. Nennen Sie 3 typische Anfängerfehler.


Literatur

Golf for Business. Zugriff am 07.07.2015 unter http://www.golf-for-business.de/golfportal/index.php.

O´Flynn. J. Die wichtigsten Regeln zusammengefasst. Steinberger Schule Bad Griesbach.

Hochmuth, D. (2007). Präventiven, biomechanisch optimierten Golfschwung. Zugriff am 07.07.2015 unter http://www.sportmed-prof.com/sportmed/files/der_praeventive__biom._opt._golfschwung_copy.pdf

Letzelter H. & M. (2002). Golftechniken: Wieso, weshalb, warum?: Eine Trainings- und Bewegungslehre des Golfspiels. Münster: Philippka-Sportverlag.



Abbildungsverzeichnis


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biomechanik/aktuelle_themen/projekte_ss15/golfschlag.txt · Zuletzt geändert: 24.09.2015 09:50 von Christian Schumacher
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