WP1211 Backflip

Projekt Backflip WP1211 - Backflip
Namen Yannic, L. / Steffen, L. / Franziska Hüll
Veranstaltung PS Grundlagen der Biomechanik
Semester WiSe 2012/2013
Voraussetzung -
Bearbeitungsdauer 30 min.
Zitationsrichtlinien nicht vollständig

Einleitung

In unserem Wiki wird der Salto rückwärts biomechanisch betrachtet. Zuerst einmal zeigen wir euch ein selbst gedrehtes Video, um euch zu zeigen wie die Bewegung aussehen soll.

Der Backflip kommt in den verschiedensten Sportarten vor und beschreibt eine Rückwärtsdrehung um die eigene Breitenachse. So wird dies z.B. im Turnen eingesetzt als Element im Bodenturnen oder auch als Abgang von einem Gerät. Außerdem findet er beim Wasserspringen, oftmals auch in mehrerer Ausführung, Anwendung. Als weiteres Beispiel kann der Freestyle Motocross angebracht werden, bei dem mit einem Motorrad der Salto rückwärts in der Luft ausgeführt wird. Wir wollen uns allerdings bei unserem Wiki auf den Salto rückwärts am Boden ohne Anlauf konzentrieren.



Bewegungsanalyse (Yannic Lott)



Beim Salto rw handelt es sich um eine rotatorische Bewegung DYN4 Rotation. Das sind Bewegungen, bei denen sich alle Körperpunkte konzentrisch um eine Achse herum bewegen, also Drehbewegungen. Diese Bewegungsart kommt zustande, wenn eine Kraft exzentrisch, d. h. am KSP vorbei wirkt. Je exzentrischer die Kraft wirkt (je entfernter sie von der Drehachse ist), desto größer ist das so genannte Drehmoment und somit auch der entstehende Drehimpuls. Ein Salto kann deshalb nicht zustande kommen, wenn der Übende senkrecht nach oben springt.

Absprungphase
Bei der Absprungphase wird möglichst versucht eine große Absprunghöhe zu erreichen. Um eine ausreichend große Sprunghöhe für den Salto zu erreichen wird der dynamische Absprung, meist ein Countermovement Jump, durch den Armeinsatz beim Absprung unterstützt. Der Impuls des Armeinsatzes wird auf den Körper übertragen (Impulsübertragung) und somit entsteht ein größerer Gesamtimpuls und somit entsteht eine höhere Sprunghöhe. Der Drehimpuls wird beim Absprung durch die Hüfte eingeleitet.


Flugphase

Der Drehimpuls ist eine biomechanische Größe, welche ein Maß über die „Quantität“ an Drehung (den „Schwung“) darstellt. Im Augenblick des Verlassens des Bodens ist der Drehimpuls festgelegt. In der Luft besteht (ohne die Einwirkung äußerer Kräfte) keine Möglichkeit mehr, ihn zu verändern. Ob ein Turner in der Lage ist, einen Hock-Bück- oder Strecksalto zu turnen, hängt von seinem Drehimpuls ab, der das Massenträgheitsmoment überwindet. Ein Turner kann viel leichter einen Salto rw gehockt als einen Salto rw gestreckt springen, weil das Massenträgheitsmoment beim letzteren fast dreimal so groß ist wie beim Hocksalto .Durch Verändern der Körperhaltung, d. h. durch Verändern des Trägheitsmomentes, kann die Drehgeschwindigkeit gesteuert werden. Will ein Turner eine schnellere Drehung erreichen, muss er das Trägheitsmoment verringern, indem er sich klein macht (Annäherung der Körperteilmassen an die Drehachse). Dabei wird nicht mehr „Drehung“ (Drehimpuls) erzeugt, sondern nur eine schnellere Drehung verursacht. Das Verständnis dieses Prinzips ist für Lehrende sehr wichtig, da nichts, was ein Turner in der Luft machen kann, den Drehimpuls vergrößern wird. Will der Turner dagegen die Drehgeschwindigkeit verringern, muss er sich groß machen (Entfernung der Körperteilmassen von der Drehachse).Zur Vorbereitung der Landung sollte der Blick nach Möglichkeit spät (erst nach einem halben Salto) zum Boden gerichtet werden.


Landephase

Aufstreckbewegung der Gelenke zur Verringerung der Drehgeschwindigkeit für die Landevorbereitung ist sehr wichtig. Landungen können als Gegenstück von Absprüngen angesehen werden. Anstatt Kraft zu erzeugen, um vertikalen Impuls und Drehimpuls zu gewinnen, müssen diese durch Muskelkraft auf null reduziert werden. Die kinetische Energie im Moment des Kontaktes zum Boden ist sehr groß, da die Turner eine vertikale Beschleunigung aus einer beachtlichen KSPHöhe erfahren. Dazu kommt noch der Drehimpuls. Daher ist es wichtig, den Impuls über eine möglichst große Zeit – das bedeutet über einen möglichst langen Weg – zu reduzieren. Der Körper muss also vor dem ersten Kontakt zum Boden möglichst aus­gestreckt sein.

Muskelbeteiligung

Beim Salto rückwärts wird, wie bei den meisten Elementen im Bodenturnen, vor allem eine hohe Beweglichkeit bzw. Kraft der auf die Hüfte einwirkenden Muskeln verlangt. Außerdem wird eine hohe Sprungkraft benötigt.

(Vgl. Weineck, Jürgen; Sportanatomie; S.323)

Die hier beanspruchten Muskeln sind die Armrotations- und Sprungmuskeln.
Zum weiteren Verlauf des Saltos rw. kommen die Hüftstabilisatoren hinzu. Die Hüftbeuger ermöglichen dabei das Anziehen der Beine. Die Bauchmuskulatur unterstützt durch fixieren und drehen des Beckens nach hinten.
Muskelbeteiligungen während der Flugpase:

(Vgl. Weineck, Jürgen; Sportanatomie; S.334)



                                                                                Erstellt von: Franziska Hüll

Lern- und Leistungsvoraussetzungen

Vor dem Erlernen eines Salto rw. sollten folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

Konditionelle Voraussetzungen

  • ListenpunktReaktives Sprungverhalten (am Boden bzw. Verhalten am Trampolin)
  • ListenpunktMittelkörperspannung um den Rumpf stabil zu halten
  • Listenpunktkräftige Baumuskulatur (vor allem für den gehockten Salto)

Koordinative Voraussetzungen

  • ListenpunktOrientierungsfähigkeiten
  • ListenpunktKopplungsfähigkeiten

Technische Voraussetzungen

  • ListenpunktErfahrung mit Rückwärtsdrehungen oder zumindest der Überkopfposition
  • ListenpunktErfahrung mit dem Untergrund (Boden, Trampolin)
  • ListenpunktLandeerfahrung


Begleitende Übungen zur Erarbeitung der Lern- und Leistungsvoraussetzungen


Beine einrolle

(Vgl. Flavio Bessi; Lehrhilfen für den Sportunterricht; S.2)

Bein werden möglichst schnellkräftig an den Körper gezogen.

Oberkörper aufrichten und Beine einrollen

(Vgl. Flavio Bessi; Lehrhilfen für den Sportunterricht; S.2)

Der Oberkörper wird gekrümmt und die beine angezogen, sodass sich Oberkörper und Beine aufeinander zubewegen.

Beckenlift

(Vgl. Flavio Bessi; Lehrhilfen für den Sportunterricht; S.2)

Bei dieser Übung steht die Bauchmuskulatur im Vordergrund. Die gebeugten Beine werden nach oben geschoben, die Unterschenkel bleiben parallel zum Boden. Die Hüfte bewegt sich nur um einige Zentimeter.

Rückenschaukel gehockt

(Vgl. Flavio Bessi; Lehrhilfen für den Sportunterricht; S.2)

Hier ist es empfohlen eine Matte unter zu legen um die Wirbelsäule zu schonen.

Hocksprünge

(Vgl. Flavio Bessi; Lehrhilfen für den Sportunterricht; S.3)

Als Variationsmöglichkeit bietet es sich an einen Weichboden unter zu legen.

                                                                                Erstellt von: Franziska Hüll

Physikalische Einflüsse (Steffen Lott)



Anfangskraft

Das Prinzip: Eine sportliche Bewegung bei der, der Sportler oder das Sportgerät eine hohe Endgeschwindigkeit erreichen soll, ist durch eine entgegengesetzt gerichtete Bewegung einzuleiten. Dabei ist die einleitende Bewegung flüssig in die(Haupt-)Bewegung überzuführen.

Wie in der Abbildung zusehen ist, steht der Sportler zum Zeitpunkt t0 in Ruhe auf der Kraftmessplatte. Die Höhe des waagerechten Kurvenverlaufs entspricht der Gewichtskraft G. Die auf dieser Höhe gezogenen Linie wird daher Gewichtslinie genannt. Ab t0 beginnt der Sportler die Abwärtsbewegung und wird bis zum Zeitpunkt t1 beschleunigt. Bei t1 wird die maximale Abwärtsgeschwindigkeit erreicht, und somit wird ab t1 die Abwärtsgeschwindigkeit abgebremst. Bei t2 ist die Abwärtsbewegung beendet, ab hier beginnt die Aufwärtsbewegung mit der sogenannten Anfangskraft Fa. Im vorliegendem Fall ist sie deutlich größer als G(Gewichtskraft*9,81). A3 entspricht dem eigentlichen Beschleunigungstoß. Bei t3 liegt die maximale Aufwärtsgeschwindigkeit vor. Von t3 bis t4 klingt die Absprungbewegung aus. Es erfolgt keine weitere Aufwärtsbeschleunigung und somit wird der Flug bereits abgebremst obwohl noch kein freier Flug vorliegt. Das Ende der Absprungbewegung ist durch das Verlassen der Messplatte gekennzeichnet. Wichtig ist, dass die entgegengesetzte Bewegung flüssig in die Hauptaktion des Absprungs übergeht um keine Kräfte zu verlieren.

Der Vertikalimpuls des Absprungs kann mit folgender Formel beschrieben werden:

Vertikaler Impuls dvz= 1/m ∫Fz(t) dt - ∫g dt

und der Horizontalimpuls kann ebenso beschrieben werden:

Horizontaler Impuls dvx = 1/m ∫ Fx(t) dt.

Der Drehimpuls wurde schon in den Grundlagen behandelt. Dynamik

Vektorzerlegung

Da ein Salto sowohl eine translatorische als auch eine rotatorische Komponente besitzt, kann man die Bodenreaktionskraft entweder in eine resultierenden Kraftpfeil ausdrücken oder ihn in einer translatorische und rotatorische Kraft zerlegen, dies soll mit folgender Abbildung verdeutlicht werden.

Bei dem ersten Bild ist der resultierende Kraftpfeil zu sehen. Um diesen Pfeil in eine rotatorische und translatorische Kraft zu zerlegen muss zunächst eine Gerade durch den Beginn des resultierenden Pfeil und dem KSP. Außerdem muss eine zweite Gerade gezeichnet werden welche sowohl durch den Ausgangspunkt gehen muss und senkrecht zur anderen Gerade stehen muss.(Bild2) Im folgendem Schritt konstruiert man, dann das Rechteck dessen Diagonale F.reactio ist. Auf den Seiten dieses Rechtecks liegen die gesuchten Vektoren F.trans und F.rot. Somit hat man den Ausgangspfeil in seine translatorische und rotatorische Kraft zerlegt.

Fragen

1. In welche drei Phasen lässt sich der Salto rw. unterteilen? Beschreibe sie kurz.
2. Welche Muskelgruppen werden bei einem Salto rw. beansprucht?
3. In welche Kräfte lässt sich die resultierende Kraft unterteilen und wie wirken diese? (Skizze)

Literatur

Ulrich Göhner, : Angewandte Bewegungslehre und Biomechanik des Sports, Themenschwerpunkt Abspringen. Tübingen :Eigenverlag Ulrich Göhner, 2008.

Dr.Flavio Bessi, :Salto rückwärts, ein Turnelement auch für die Schule. Schörndorf : Hoffman-Verlag 3/2008.

Jürgen Weineck; Sportanatomie; spitta; 18. Auflage; 2008; Balingen

Dr.Flavio Bessi, http://www.turnlehre.de/Literatur/Skripte/NTB-Kongress_07_Salto_rw_Handouts.pdf. Wolfsbrug : 2007.

Dr.Florian Krick, http://www.sport.uni-frankfurt.de/Personen/Krick/Turnen/Trampolin/Ausarbeitungen-LV/LV5_GT-MT_Salto%20rw.pdf. ;Goethe-Universität Frankfurt am Main Fb 05, Institut für Sportwissenschaften WS 2012/13.

Dr. Flavio Bessi, http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=lern-%20und%20leistungsvoraussetzung%20salto%20r%C3%BCckw%C3%A4rts&source=web&cd=1&ved=0CDAQFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.hofmann-verlag.de%2Fproject%2Fzs_archiv%2Farchiv%2FLehrhilfen%2F2008%2FLehrhilfen-Ausgabe-Maerz-2008.pdf&ei=J5I4Ud3RD4vgtQbdlIHIDA&usg=AFQjCNE41BzbAmIvw5g1Eo5Kck6cZOpByQ&bvm=bv.43287494,d.Yms; Lehrhilfen für den Sportunterricht; Zugriff 07.03.13

Bewertung des Wiki-Moduls

Kategorie Lott Y. Lott S. Hüll Anmerkungen
Inhalt (max. 10) 7 Pkt 6 Pkt 7 Pkt z. T. sehr einfach und kurz gehalten (Lern- u. Leistungsvor.; Phys. Einflüsse)
Form (max. 5) 2 Pkt 2 Pkt 3 Pkt Zitationen, Abkürzungen, Quellen, Autorenzuordnung war unzureichend.
Bonus (max. 2) 0 Pkt 0 Pkt 0 Pkt
Einzelbewertung 9 Pkt 8 Pkt 10 Pkt 15 Punkte = 100%
Gesamtbewertung 27/45 Punkte = 60%
biomechanik/projekte/ws2012/backflip.txt · Zuletzt geändert: 29.11.2014 14:42 von Andre Seyfarth
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